Köln war lange eine Nrutstätte von ensembles. die sich historisch orientierter Spielweise der alten Musik näherten. Im Erfahrungsbericht von Jan Reichow (concerto) heisst es dazu:
"Übrigens hatte Krings jede Veranlassung dafür zu sorgen, dass sich das Collegium musicum des WDR und erst recht das Collegium aureum deutlich von der Cappella Coloniensis unterschied, auf die er ja keinen Einfluss hatte. Er brauchte für Harmonia Mundi ein tüchtiges Schallplattenorchester, das für seine Innovationen offen war, und er brauchte einen Künstler wie Franzjosef Maier, der sie auf ein praktikables Maß brachte. Trotzdem gab es auch in Franzjosef Maiers Collegium weiterhin kleine Cappella-Coloniensis-Clübchen, die zuweilen einen Erfahrungsvorsprung auszuspielen suchten und das Klima trübten."
Dieses ensemble war auf Anregung der harmonia mundi Deutschland 1962 gegründet worden.
In dieser Box werden nun Aufnahmen von fast dreissig Jahren zusammengefasst:
CPE Bach: Konzert für 2 Cembali & Streicher Wq. 46; Konzert für Cembalo, Hammerklavier & Streicher Wq. 47;Händel: Wassermusik; Feuerwerksmusik;Rameau: Les Indes Galantes-Suite; Dardanus-Suite;Bach: Kantaten BWV 202, 209, 211, 212;Tänze der Renaissance von Moderne, Susato, Gervaise,Phalese, Franck, Hassler, Attaignant, Demantius;Pergolesi: La Serva Padrona ("Die Magd als Herrin");Biber: Missa Sancti Henrici; 2 Sonatae tam aris quam aulis Servientes;Mozart: Klarinettenkonzert KV 622; Oboenkonzert KV 285d;Messe KV 317 "Krönungsmesse"; Vesperae solennes KV 339;Litaniae Lauretanae KV 109
Als Ausführende wirken mit:Leonhardt, Ameling, Altmeyer, Nimsgern, Deinzer, Hucke,Tölzer Knabenchor, Regensburger Domspatzen, CollegiumAureum, Maier, Ratzinger.
Hört man im Abstand von Jahrzehnten diese Aufnahme sind einige dabei. die nach wie vor zu den besten gehören, wie etwa die Bach-Kantaten mit Ameling. Aber auch andere bekannte Stücke wie die Händel'sche Wassermusik werden gut anhörbar musiziert.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben,erklärt es doch vielleicht, warum dieses ensemble immer im Schatten von Harnoncourt und auch später der musica antiqua stand. Beide, der concentus musicus und auch die musica antiqua hatten Leiter von ausgepägten Profil. Einen solchen Leiter hatte das collegium aureum nicht.
Am Beispiel der Wassermusik: Harnoncourt legte 1977 eine höchst provozierende Aufnahme dieses Stücks vor, an das man sich lange erinnern wird. Das collegium aureum musiziert sicher solider, aber eben auch nicht so spektakulär. Das gilt im Prinzip für alle Stücke. Höre ich Christie oder Minkowski mit Rameau und auf der andere Seite das collegium aureum , würde ich zu letzterem nicht unbedingt greifen, auch wenn ich anerkennen kann, dass die Aufnahmen teilweise zu einem Zeitpunkt gemacht wurden, als es die genannte Konkurrenz noch gar nicht gab.
Fazit: Wer sich für geringes Geld ein Einblick in diese Musik verschaffen will, ist mit dieser Box gut bedient. Spezialisten werden wahrscheinlich eher zu anderen Aufnahmen greifen.