Als erstes mal eines vorweg, der Klappentext/Einleitung ist mal wieder von jemanden geschrieben worden der anscheinend ein anderes Buch gelesen hat als ich.
Liest man die Einleitung hat man den Eindruck man bekommt einen Geschichte erzählt in der eine Außereirdische Rasse zu den Menschen kommt und sagt "Wir helfen Euch" und wie das dann so immer ist bei solchen Geschichten deckt ein "Held" nach Jahren fruchtbarer Zusammenarbeit die wahren Hintergründe/Absichten auf und nimmt den Kampf auf, wie gesagt so liest sich die Einleitung.
Hingegen liest sich das Buch eigentlich ganz anders.
Ein technologisch Überlegene Rasse nimmt mehr und mehr Planeten unter ihre "Obhut" eine Kommunikation scheint unmöglich, was auf den Planeten die die Collectors (wahlweise auch Samariter genannt) unter ihre Obhut nehmen wirklich passiert das weiß niemand so genau, alle Schiffe die sich einem solchen Planeten nähern werden zur Landung gezwungen und man sieht sie nie wieder.
Die fremden senden den Menschen zwar immer Funkbotschaften "Bedrohte Rasse Mensch ihr werdet unter Obhut gestellt" und so weiter aber die Hintergründe kennt so wirklich niemand denn direkte Kommunikation scheint unmöglich, im verlauf der geschichte erfährt man dann aber das es unter den "Menschen" eine Fraktion gibt die die Hintergründe sehr wohl kennt.
Um die Aufklärung dieser Geheimnisse geht es im groben in diesem Buch, man erfährt was die Collector beabsichtigen, man erfährt was diese Fraktion der Menschen beabsichtigt und es wird ein "Universum" aufgebaut, in dem sicherlich noch weitere Geschichten spielen werden.
Das Buch hinterlässt bei mir einen "zwiespältigen" Eindruck, einerseits merkt man das der Autor durchaus in der Lage ist Bücher zu schreiben, aber man merkt auch das er nicht gerade in diesem Genre zu Hause ist, gelegentlich wirkt die Story stark konstruiert und extrem holprig, kleines Beispiel eine derart Technologisch hoch entwickelte Rasse ist nicht in der Lage zu einer verbalen Kommunikation mit den Menschen? (Wie überhaupt in diesem Universum die wenigsten Rassen miteinander zu kommunizieren in der Lage sind). Zudem sind einige mir unangenehme Tendenzen aufgefallen, so versucht der Autor Menschen die sich mit Kybernetik aufrüsten lassen in jedem Falle als die Bösen darzustellen, alle Protagonisten im Buch erzählen immer wieder und ausnehmend gern wie "unheimlich, unverständlich, abartig usw." diese Selbstverstümmelung sei.
Darüber hinaus zeigen ebenfalls sehr viele Protagonisten einen ausgeprägten Hass auf eine besondere Form von Menschen die der Autor in der Geschichte erwähnt so genannte Betas oder Chims (wie man sie abfälig nennt) Mensch-Tier Hybride die als Arbeitssklaven und Kanonenfutter dienen.
Das Problem ist, wenn man die Story so liest dann kauft man den Protagonisten ihre scheinheiligen Argumente nicht so richtig ab.
Gewürzt wird das ganze dann noch mit etwas religiösen Unsinn und medial begabten Menschen.
Wem das alles nun reichlich verwirrend vorkommen sollte der hat sich durchaus nicht getäuscht, es wird an vielen Stellen des Buches recht dick aufgetragen, fast kein Klischee wird ausgelassen (Intoleranz, Habgier, Rassismus, Verschwörungstheorien, Religion alles da in reichlichen Mengen).
Liest man die Story kommt einem vieles irgendwie bekannt vor, und erst jetzt nachdem ich das Buch gelesen hab weiß ich woran mich das alles erinnert, wie das klassische Bild einer Seifenoper (inklusive einer Love-Story übrigens).
Weder habe ich eine Bindung zu den Helden der Story entwickelt noch konnte ich eine Abneigung zu den Bösen der Story aufbauen, bei Seifenopern geht es mir meist genauso, dazu sind die Storys dann einfach zu flach, und auch das Buch ist Storymäßig einfach nur flach, zusätzlch liefert es absolut keine Impulse für das Genre.
Es ist letztlich doch nur ein weitere Erfolgsautor der sich an Science-Fiction bzw. einer Space-Opera versucht, und eine mittelmäßige Space-Seifenoper abliefert, im Gegensatz zu Schätzing fehlen hier auch die fundierten Fakten, dafür liest sich das Buch aber zügiger und benötigt nicht so lange wie Limit um einen Spannungsbogen auf zu bauen.