Bücher zu verlegen, das ist auch nicht einfacher geworden in den letzten Jahren. Vor allem große, schöne und entsprechend teure Bildbände bedeuten für die Verlage ein nicht unerhebliches, wirtschaftliches Risiko. Gerade Taschen und der teNeues Verlag machen sich hier auch ganz gut Konkurrenz, wenn es um schöne Bildbände geht, vor allem bei solchen, in deren Mittelpunkt das Thema Photographie steht. Beide Verlage sind dabei auf hohe Auflagen mit relativ günstigen Preisen spezialisiert, die oft mehrsprachig veröffentlicht werden, im Fall von teNeues in der Regel sogar mit einer einzigen, mehrsprachigen Ausgabe. Angesichts dieses Konzeptes liegt es wohl nahe, dass Verlage sich Ausgaben von Büchern zunehmend auch auf die ein oder andere Weise sponsorn lassen, wobei dann das zahlende Unternehmen im Mittelpunkt des Buches stehen darf.
Im Mittelpunkt dieses Buches hier steht eine Kette von Galerien namens Lumas, die ähnlich wie die beiden genannten Verlage in einer seit langen bestehenden Branche auf ein neues, für die Kunden preisgünstiges Konzept setzt. Photographien werden hier verkauft, nicht nur in den Läden, sondern auch online, und da man hier die Bilder in recht hohen Auflagen verkaufen kann, kann man auch günstige Preise machen. Bei Lumas steigt dabei der Preis, je nachgefragter ein Bild ist. Ich bin mal gespannt, wann Taschen und teNeues dieses Konzept für ihre Bücher auch noch entdecken.
Das Buch hier selbst ist ein Bildband, in dem Lumas die wohl erfolgreichsten Photographien aus dem eigenen Portfolio der letzten Jahre darstellt. Reizvoll ist das vor allem deshalb, weil man hier über viele Künstler hinweg einen guten Eindruck bekommt, was in der modernen, auch kommerziell erfolgreichen Kunstphotographie der letzten Jahre so alles in Vogue ist. So fällt auf, dass Architektur als Thema in vielen Bildern im Mittelpunkt steht, dass Naturaufnahmen nicht wie Postkarten wirken dürfen und dass Bilder von Menschen immer dann spannend sind, wenn sie eine Geschichte erzählen. Mode und Erotik ist dagegen etwas aus der Mode (obwohl die Beispiele dafür, die es dann doch im Buch gibt, schon großartig geraten sind).
Nachteil dieses Buches ist allerdings, dass es zwar viele schöne Photos enthält, die aber leider nicht immer mehr erhältlich sind. Denn auch hohe Auflagen sind gelegentlich schnell ausverkauft (wie dieses Bild von Gabo im Buch mit dieser wunderbaren Boudoir-Atmosphäre). Auch wenn das Buch durchaus Werbung für Lumas und deren Konzept macht, so muss man doch sagen, dass es durchaus mehr als ein Verkaufskatalog geworden ist. Es ist ein Plädoyer für das Sammeln von Kunst.