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"Hey Max - ein Kerl steigt in die U-Bahn hier in LA und stirbt. Glaubst du, dass das irgendjemand mitkriegt?"
Der finale Satz dieses Films, eine höllische Reise durch die Nacht endet im Morgengrauen und der Kreis schliesst sich.
Fast glaubt man, in Max' Blick trotz allem so etwas wie Dankbarkeit zu erkennen. Vielleicht dafür, dass der zynische Profikiller ihn aus seiner Lethargie gerissen hat. Nach dieser Nacht wird sein Leben sich wohl von Grund auf ändern.
Nicht wenige von uns werden im Moment, als Max auf dem Weg zum letzten Opfer von Vincent mit seiner Lebenslüge konfrontiert wird ein Aha-Erlebnis gehabt haben, schieben wir doch, genau wie er unsere Träume vor uns her bis es zu spät ist.
Als Max schließlich die Ausweglosigkeit seiner Situation klar wird und er begreift, dass auch er entgegen Vincents Beteuerungen diese Nacht nicht überleben wird reißt er verzweifelt die Initiative an sich nur um im nächsten Augenblick zu erkennen, dass die Lage noch weitaus schlimmer ist und es nun nicht mehr nur darum geht die eigene Haut zu retten.
Brilliant zeichnet Michael Mann die Charaktere dieser beiden so unterschiedlichen Männer, die der "kosmische Zufall" in dieser Nacht zusammen führt. Die darstellerische Leistung, die exzellente Kameraarbeit sowie der Soundtrack - hier stimmt einfach alles. Die anonyme Einsamkeit und klinische Kälte der Metropole - in den faszinierenden Bildern des nächtlichen LA ist dies alles förmlich greifbar und man taucht problemlos in die Atmosphäre ein als säße man neben Vincent im Fond.
Denkwürdig die Szene, in der Max das Taxi anhält weil Kojoten die Straße kreuzen. Beinahe meint man, Vincents Gedanken lesen zu können. Erkennt er sich selbst in dem einsamen Raubtier das durch die Nacht streift?
Tom Cruise liefert in Collateral unbestreitbar die beste Leistung seiner bisherigen Laufbahn ab. Wenn er innerhalb eines Augenblicks vom netten Kerl zur Tötungsmaschine mutiert, dann kauft man ihm das einfach ab. Die eiskalte Aura des Soziopathen, den seine Opfer in keinster Weise interessieren ist vom ersten Auftritt an allgegenwärtig. Ist es tatsächlich nur ein Scherz wenn er, um dem von Max erwarteten Klischee zu entsprechen behauptet, mit zwölf seinen Vater umgebracht zu haben? Zutrauen würde man es ihm sofort.
Den perfekten Kontrast dazu liefert Jamie Foxx. Der introvertierte Träumer der sich nicht dazu durchringen kann seine Ziele zu verwirklichen, ja sogar seiner Mutter etwas vorspielt und dann eine Schocktherapie der besonderen Art erfährt. Grandios, wie Foxx diesen Mann verkörpert, der im Zuge der Ereignisse in die er ungewollt verstrickt wird zunächst zu resignieren scheint um sich dann schließlich mit aller Macht gegen das Unabwendbare zu stemmen, wobei er sogar einige Strategien des Killers verinnerlicht.
Dieser Film benötigt keine Special Effects. Er wirkt allein durch das Zusammenspiel dieser beiden Akteure und das in einer Art wie man es selten sieht.
Michael Mann hat mit Collateral einen beeindruckenden Film geschaffen, der auch nach mehrmaligem Ansehen fesselt und gleichermaßen zum Nachdenken anregt.
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