Aufgrund von "Heat" bin ich ein großer Fan Michael Manns geworden und mit entsprechend großen Erwartungen habe ich mir auch "Collateral" angeschaut. Auch wenn der Film einige Zeit und mehrfaches Anschauen gebraucht hat, um meine volle Begeisterung zu entfachen, gilt das nicht für den wieder einmal beeindruckenden Soundtrack.
Es wird beinahe jedes musikalische Genre abgehandelt, wobei der Schwerpunkt schon bei thematisch eher melancholischen Stücken liegt. Gelungen sind sie allesamt, hervorzuheben gibts aber trotzdem einige Sachen:
Extrem smooth und lässig kommt die Groove Armada mit "hands of time" daher. Gut getroffen ist auch der bei einem Film mit und über L.A. einfach lebensnotwendige Anteil spanischer Musik mit Calexico und The Green Car Motel.
Wie mit dem Film ging es mir auch mit dem Stück von Audioslave, "Shadow on the Sun". Für einen der nachdenklichsten Momente im Film ein vocal-dominanter, teilweise rocklastiger Track? Fand ich erst sehr unpassend, aber man gewöhnt sich tatsächlich daran und inzwischen hat sich meine Meinung darüber ordentlich gedreht.
Auf Anhieb gefallen hat mir die phantasievolle Interpretation von "Air" durch die deutschen Klazz Brothers feat. Cuban Percussion, auch im Film in Verbindung mit den Kamerafahrten über das nächtliche L.A. für mich einer der schönsten Momente.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge/Ohr (ja ja, ich weiß) vernahm ich schließlich Paul Oakenfolds Stück "Ready, steady, go". Wie im Film war ich einerseits vom Drive des Stücks restlos begeistert, allerdings handelt es sich auf der Scheibe um die originale Album-Version, während im Film die Variante mit koreanischen Vocals zu hören ist, die meiner Meinung nach noch besser zur Atmosphäre beigetragen hat.
Minuspunkte gibts keine wirklichen. Allenfalls hätten einige Sachen durchaus länger ausfallen können, statt sich auf zwei Minuten zu begrenzen, aber das ist wirklich Geschmackssache.
Jeder, der einen intelligenten, vielschichtigen Soundtrack sucht, dürfte mit dieser Scheibe restlos zufrieden sein.