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4.0 von 5 Sternen
Innovativ, aber gewöhnungsbedürftig, 26. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Colin - Die Reise des Zombie (DVD)
Colin (Alastair Kirton) wird von einem Zombie angefallen. Er überlebt die Attacke und mutiert nun zusehends selbst zum Zombie. Eine urbane Odyssee beginnt, Colin ist auf der Suche nach Nahrung. COLIN ist mehr eine Versinnbildlichung des menschlichen Charakters als ein typischer Zombie-Splatter. Der Regisseur arbeitet nahezu ausschließlich mit Sound und visuellen Effekten. Anfangs ist Colin noch von moralischen Grundsätzen geplagt, doch mit fortschreitendem Zombie-Sein wird auch das weniger.
Man muss diesem Low Budget Werk von Regisseur Mark Price schon einen gewissen Respekt zollen, denn dafür, das der Film angeblich nur 50 Pfund gekostet haben soll, bekommt man eine ganze Menge geboten. Allein schon die sehr innovative Idee, das Geschehen aus der Sicht eines Zombies zu erzählen, kann man als äusserst gelungen bezeichnen. Ist es doch einmal eine sehr willkommene Abwechslung, das der Überlebenskampf der Menschen eher im Hintergrund steht und alle Ereignisse aus der Sicht von Colin gezeigt werden. So wird der Zuschauer auch von der ersten Minute an sofort ins kalte Wasser geschmissen, denn ohne jegliche Einführung ist man mit der Zombie-Seuche konfrontiert, die in Großbritannien ausgebrochen ist, ohne das man auch nur den Ansatz einer Erklärung erhält, wie und wann diese überhaupt ausgebrochen ist. Das mag für viele Leute eventuell etwas unbefriedigend erscheinen, verleiht der Geschichte aber von Anfang an ein hohes Maß an Intensität und schafft sofort eine extrem beklemmend und äusserst bedrohliche Atmosphäre, die auch in keiner einzigen Phase des Films an Intensität verliert.
So wird auch Colin gleich zu Beginn gebissen, allerdings erfährt man am Ende der Story, das hier nicht der Grund für die Infizierung zu suchen ist, sondern das diese schon früher entstanden ist. Die letzten Minuten sind nämlich ein Rückblick und zeigen die Passagen, in denen Colin mit dem Virus in Berührung kommt und wer für seine Verwandlung in einen Zombie wirklich verantwortlich zeichnet. Bis dahin jedoch ist es für Colin ein weiter Weg, der ziemlich beeindruckend in Szene gesetzt wurde, man wird mit äusserst harten Straßenschlachten zwischen Mensch und Zombie konfrontiert, die stellenweise auch sehr blutig daherkommen. Das Einzige, was mir hier nicht so besonders gefallen hat, sind die teils extrem hektischen Bildschnitte und die Wackel-Optik, da man durch diese Drehweise des Geschehens einige Szenen nicht zu 100 % verfolgen kann, da alles viel zu schnell geschieht.
Beeindruckend ist hingegen die Tatsache, das bis auf wenige Ausnahmen auf Dialoge verzichtet wird und Mark Price lediglich mit einer sehr bedrohlichen Sound-Untermalung arbeitet, die den jeweiligen Passagen perfekt angepasst ist und die Bedrohlichkeit der Situation noch einmal zusätzlich hervorhebt. Durch die fehlenden Dialoge kommt es allerdings auch zu einigen Sequenzen, die etwas langatmig erscheinen können und für so manchen Zuschauer ein Manko darstellen könnten, da gewisse Teile der Geschichte doch ziemlich zähflüssig erscheinen und so eine gewisse Beeinträchtigung des Seh-Vergnügens darstellen könnten. Nun sollte man allerdings die messlatte für diesen Film nicht zu hoch legen, den gerade unter der Berücksichtigung des Budgets, wenn man dies überhaupt so nennen kann, ist hier ein erstklassiger Zombiefilm entstanden, der die Thematik einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet und somit auch für äusserst frischen Wind im Genre sorgt.
"Colin - Die Reise des Zombies" ist ganz sicher einer der aussergewöhnlichsten, aber auch gewöhnungsbedürftigsten Zombiefilme überhaupt und die Meinungen über dieses Werk werden auch äusserst stark auseinandergehen, denn bekommt der Betrachter einen Film präsentiert, der sich doch grundlegend von anderen Genre-Kollegen unterscheidet. Was für viele Fans als innovativ und genial erscheinen mag, wird von anderen sicherlich ganz anders gesehen. Doch eine ganz wichtige Sache sollte man keinesfalls ausser acht lassen, denn hier ist mit einem "Trinkgeld" eine kreative und innovative Geschichte umgesetzt worden, die besonders viele Stärken, aber auch kleinere Schwächen beinhaltet. Jedoch gibt es genügend Genre-Filme, die "Colin" nicht das Wasser reichen können, denn hier liegt ein Paradebeispiel dafür vor, wie man praktisch ohne Geld einen wirklich sehenswerten und interessanten Film kreieren kann, den ein jeder gesehen haben sollte.
Fazit:
"Colin - Die Reise des Zombies" ist alles andere als ein handelsüblicher Zombiefilm, denn wird das Geschehen hier doch einmal aus der Sicht eines Untoten gezeigt, was an sich schon einmal etwas Besonderes ist. Hinzu kommt die Tatsache, das fast ausschließlich mit Sound-Untermalung gearbeitet wird und Dialoge nur in den seltensten Fällen vorkommen. Sicher ist dieses Werk äusserst gewöhnungsbedürftig, aber kein echter Fan dieser Filme sollte sich dieses Film-Vergnügen entgehen lassen, das sich als Gesamtpaket vollkommen überzeugend präsentiert, so das man auch ruhig einmal über die ein oder andere kleine Schwäche hinwegsehen kann.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die erfrischend andere Zombie Geschichte, 12. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Colin - Die Reise des Zombie (DVD)
Marc Price beweist hier eindrucksvoll, dass man praktisch kein Geld braucht um richtig gute Filme zu drehen. Mit einem Budget von angeblich 50 Pfund liefert er einen Zombiefilm ab, der seinesgleichen sucht.
Anders als wie so oft, wird hier die Geschichte komplett aus der Sicht des Zombies Colin erzählt. Kein Überlebenskampf einer Gruppe Menschen gegen die Zombiemassen, sondern einer eines Zombies in der grausamen Welt der Menschen.Vom Instinkt getrieben streift Colin umher um seinen Hunger zu stillen, während die Menschen durch Bösartigkeit und Sadismus glänzen. Sind das die Attribute, die uns von Wesen niederer Intelligenz unterscheiden?
Sicherlich auch, allerdings wird auch die positivere Seite durch ein Zusammentreffen mit seiner Schwester thematisiert. Diese sieht ihn noch als ihren Bruder, er sie aber natürlich nur als potentielle Nahrung. Getrieben von Mitgefühl versucht sie ihm zu helfen, muss jedoch bald erkennen, dass sie die Person, die sie einst kannte und liebte, nie mehr zurückbekommen wird. Als Zuschauer kann man (vorrausgesetzt man lässt sich wirklich auf den Film ein) jederzeit mitfühlen, denn im Hinterkopf schwirrt immer der Gedanke, dass Colin schließlich mal ein Mensch war. Dieser ist zwar tot, aber wer weiß schon wieviel hinter dem unstillbarem Hunger nach Menschenfleisch noch von ihm übrig geblieben ist. Der düstere Score unterstützt außerdem hervorragend die bedrückende Atmosphäre.
Bisher hört sich das ganze eher nach einem Drama als nach einem Zombiefilm an und ohne Zweifel handelt es sich um eine tragische Geschichte, aber natürlich kommen auch Gorehounds auf ihre Kosten. Bei dem Budget könnte man davon ausgehen, dass die Effekte die Billigsten vom Billigen sind, aber weit gefehlt. Einige recht gut gemachte Fresszenen und Übergriffe auf die Zombies sind hier zu bestaunen (kein CGI-Mist).
Die weitgehend unbekannten Schauspielern agieren alle verhältnismäßig solide. Auf sprachlicher Ebene konnte sich jedoch niemand besonders auszeichnen, denn der Film kommt mit sehr wenigen Dialogen aus. Logisch; das Sprechen war ja noch nie des Zombies Stärke. Glücklicherweise ist es auch das Rennen nicht, denn wir haben es hier mit den klassischen schleichenden Zombies zu tun und nicht mit den blöden, neumodischen, Laufenden
OK bei der Bildqualität muß man allerdings ein paar Abstriche machen, deswegen auch nur 5 Sterne.
Fazit:
Mitreißendes Zombiedrama der Extraklasse. Für mich einer der Besten des Genres seit den ersten 3 Teilen der Romero-Reihe.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
"Colin", 26. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Colin - Die Reise des Zombie (DVD)
"Colin" ist ein Zombie-Film, welcher mit einem sehr niedrigen Budget realisiert wurde. Angeblich soll die Produktion nur 50 Pfund gekostet haben. Wenn man das Ganze rein aus dieser Sicht betrachtet, geht das Ergebnis wirklich in Ordnung. Insgesamt gesehen ist der Streifen aber nicht sonderlich erwähnenswert. Das Bild ist meist sehr schlecht und sobald ein wenig Action ins Geschehen kommt wackelt die Kamera so stark, dass man nicht mehr viel erkennt. Bei den Leistungen der Darsteller gibt es schon einige Aussetzer und die Zombies wirken nicht gerade angsteinflößend. Die Effekte sind logischerweise recht billig aber immerhin noch ansehlich. Die Story ist nicht ganz uninteressant, da man das ganze Geschehen aus Sicht des Zombies verfolgt, jedoch wurde diese ziemlich monoton umgesetzt.
"Colin" ist ein absoluter Amateurfilm bei dem man nur aus Budget-Gründen ein Auge zudrücken kann. Wenn man bedenkt, dass für den Film so gut wie keine Mittel zur Verfügung standen, wurde hier schon einiges rausgeholt. Allgemein betrachtet hat "Colin" aber nicht unbedingt viel Positives zu bieten.
4 von 10
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