"Coldness" ist das zweite Album von (Timo) Kotipelto und das Erste seit seinem Split von Stratovarious. Wie schon beim Solodebut unterstützte ihn die (glaube ich) gleiche Mannschaft: Janne Wirman, Keyboards (Children Of Bodom), Michael Romeo, Gitarre (Symphony X), Juhani Malmberg, Gitarre, (Tunnelvision), Jari Kainulainen, Bass (Stratovarius!!) sowie Mirka Ratanen (Thunderstone, Tunnelvision) am Schlagzeug.
Während Stratovarius für hohen Gesang, Bombast und pfeilschnelle Songs bekannt waren (und sind), hat sich Kotipelto bei dieser Platte deutlich von diesem Sound wegbewegt. Das gilt auch für das düstere, unkitschige Cover. Das Material ist größten Teils in Midtempo gehalten und kommt ohne(!) die süßlichen Balladen seiner Ex Combo aus. "Coldness" ist rockiger und lebt von einem Livefeeling, während besonders "Elements 1" für mich zu sehr nach dieser sterilen Klassik Meets Metal Schublade klang. Leider hat Kotipelto die Gitarren nicht mehr in den Vordergrund gestellt. Das Keyboard, was leider von vielen (skandinavischen) Bands überstrapaziert wird dudelt auch wenig abwechslungsreich auf der ganzen Platte durch die Botanik. Typischer Skandinavischer Power Metal Keyboard Sound! Kotipelto schafft es, einige Ohrwürmer zu fabrizieren, hat aber leider zu wenig Abwechslung (besonders bei der Geschwindigkeit) um über die ganze Strecke zu begeistern. Seine Songs wären eine perfekte Ergänzung zu schnellen Stratovarius Nummern, was wohl aber nicht mehr möglich ist. Dadurch, dass Kotipelto etwas vom Sound seiner alten Band weg wollte, hat er sich selber etwas limitiert. Fans seiner Ex Band werden von seinem "Back To Basics" Sound sicher erfreut sein. Ich ziehe jedoch das Album "Waiting For The Dawn" diesem hier etwas vor.
Mit "Can You Hear The Sound" befindet sich noch ein Übel auf der Platte, wo der gute Timo den Titel so quietschig und nervig singt, dass es fast weh tut. Ansonsten ist es ein ordentlicher Track.
Fazit: Timo Kotipelto hatte mit diesem doch düsteren Album nach dem Ende einer Beziehung und dem Strato Split sein wohl dunkelstes Kapitel abgeschlossen. Ich hoffe, dass er etwas befreiter an das nächste Album heran gehen kann. Fans der Ex Band und Melodic Metal Freaks sollten zuschlagen