Es ist als eine mittlerweile allgemein bekannte Tatsache anzusehen, daß kulturelle Artefakte, angefangen natürlich bei Büchern und Spielfilmen, in überaus wirksamer Weise Ideologien disseminieren. So reicht eine Videosession, bei der man sich Don Siegels 1956 entstandenen, später als einer der bahnbrechenden Science-Fiction-Klassiker gefeierten INVASION OF THE BODY SNATCHERS zu Gemüte führt, aus, um zu erkennen, in welchem Maße Hollywood in den Kampf der beiden Supermächte eingriff und nicht unwesentlich dazu beitrug, bei der Bevölkerung eine Atmosphäre der Angst vor dem Reich aus dem Osten zu evozieren. Ähnliches gilt für Westernklassiker, wie den 1950 entstandenen Westernklassiker RIO GRANDE von John Ford, ein Film, der der Containment-Politik der Vereinigten Staaten offenkundig das Wort redet als ein recht unverschlüsselter Kommentar zur Koreakrise angesehen werden kann. Würde sich Schwartz nur auf den Film konzentrieren, so wäre seine als Lexikon aufgebaute Studie allerdings nur halb so viel wert. Nein, die Besonderheit derselben liegt in der Tatsache, daß sie alles, von Robert Coovers postmodernen Cold-War-Roman "The Public Burning", über die Film-Trilogie RAMBO, über den anarchischen stand-up comedian Lenny Bruce bis hin zum Spielzeug-Soldaten G.I. Joe abdeckt, was an Cold-War-Culture in den Vereinigten Staaten produziert wurde. Der Leser hat es demnach mit einer wahren Fundgrube zu tun. In der Vollständigkeit liegt die Stärke von Schwartz' Buch, welches dem Leser zudem eine mittlerweile vergangene Periode wieder ungemein plastisch vor Augen führt. Die Qualität der einzelnen Artikel ist freilich unterschiedlich hoch, jedoch -- soweit ich es sehen kann -- niemals indiskutabel schlecht. A good buy! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)