Shamoto betreibt zusammen mit seiner Frau ein kleines Geschäft für Tropenfische. Eines Tages lernt er den Fischgroßhändler Murata kennen, der sich nun immer mehr in Shamotos Leben schleicht. Anfangs zwar merkwürdig, aber freundlich und hilfsbereit, zeigt Murata schon bald sein wahres Gesicht. Er ist ein wahnsinniger Serienkiller, der zusammen mit seiner Frau jeden umbringt, der ihm in die Quere kommt. Und Shamoto soll sein Komplize werden...
Mit "Cold Fish" gelang Regisseur Sion Sono ein absolut schonungsloser Mix aus Gesellschaftssatire und brutalem Thriller. Sono nimmt sich viel Zeit, um alle Charaktere vorzustellen. Daher dauert es auch etwas, bis es zum ersten Mal richtig blutig wird. Für reine Splatterfans ist dieser Film deshalb eventuell nur bedingt geeignet. Trotzdem sollten auch die dem Film eine Chance geben, da es im letzten Drittel wirklich zur Sache geht. Aber "Cold Fish" hat zum Glück noch mehr zu bieten. Alle Darsteller agieren auf sehr hohem Niveau (trotz gelegentlichem Overacting), vor allem die beiden Hauptdarsteller können restlos überzeugen, wobei Dendon als Serienkiller die stärkste Leistung zeigt. Er spielt seinen Murata derart wahnhaft, dass er teilweise an Anthony Wong aus "Untold Story" erinnert. Auch inszenatorisch stimmt hier alles, sowohl Kamera als auch der Soundtrack werden absolut stimmig eingesetzt. Durch all diese Qualitäten schafft es Sono, den Film trotz seiner Laufzeit von 144 Minuten größtenteils wirklich kurzweilig zu gestalten. Die ein oder andere Szene hätte man zwar durchaus etwas kürzen können, aber Langeweile kommt hier nie auf, die knapp 2 1/2 Stunden vergehen wie im Flug. Die Story wird recht zügig vorangetrieben, bis es zum sehr blutigen Finale kommt. Die Leichenentsorgungen am Ende sowie in der Mitte des Films sind wirklich nichts für schwache Mägen. Erfreulich, dass "Cold Fish" es in ungekürzter Form durch die FSK-Prüfung geschafft hat.
Viel zu kritisieren gibt es meiner Meinung nach nicht. Zwar fallen hier und da kleinere Ungereimtheiten auf, und einzelne Charakterentwicklungen gegen Ende wirken doch etwas unglaubwürdig, aber das tut dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.
Die DVD bietet eine gute Bild- und Tonqualität, wobei der Film nur in der japanischen Originalfassung (mit optionalen, deutschen Untertiteln) enthalten ist. Auf eine deutsche Synchronisation muss man also verzichten. Die Extras bestehen aus dem Trailer sowie einem Making-Of.