Ich kann durchaus nachvollziehen, dass dieser Film vernichtende Kritiken bekommen hat. Rein objektiv betrachtet ist er auch ziemlich schlecht: Die Story ist total banal und vorhersagbar, Spannungsaufbau praktisch nicht vorhanden und das Ende einfach nur kitschig. Dennoch finde ich den Film sehenswert und das kann ich auch begründen.
Zum einen machen die Schauspieler ihre Sache recht gut. Dennis Quaid ist über jeden Zweifel erhaben und überzeugt als besorgter und besonnener, später aber durchsetzungsfähiger Familienvater. Auch Bösewicht Stephen Dorff passt hervorragend in seine Rolle. Einzig Sharon Stone wirkt nicht wirklich authentisch. Aber ihre Rolle fällt zum Glück nicht so sehr ins Gewicht.
Zugegeben, die Story ist total flach und birgt keinerlei Highlights. Alles ist von vornherein berechenbar. Dennoch kann man sich den Film gut anschauen, denn das Positive liegt im Detail, also in den konkreten Situationen, in denen man mit den Protagonisten mitfiebern kann. Außerdem zeichnet sich die Story durch ihre Andersartigkeit im Vergleich zu anderen Thrillern aus. Der typische Aufbau in vergleichbaren Filmen wie "Dark Water", "The Darkness" oder "7 Days To Live" ist folgender: Hauptdarsteller ziehen in eine neue Umgebung, es passieren merkwürdige Dinge, die Protagonisten erforschen die Ursache, stoßen auf dunkle Geheimnisse, entlarven die Verursacher und es kommt zum großen Showdown. In diesem Film ist es etwas anders. Die Banalität, die ab und zu eintritt, langweilt keineswegs, sondern gibt der Handlung einen eigenen Charakter. Er macht den Film in gewisser Weise menschlicher. So gesehen sollte man den Film eher als Drama denn als Thriller klassifizieren. Leider gerät die Handlung gegen Ende dann doch wieder zu einem klischeebehafteten Einheitsbrei. Der Bösewicht wird entlarvt, begeht kapitale, nicht nachvollziehbare Fehler und macht es so "den Guten" viel zu einfach. Ein besseres Ende mit mehr Überraschungspotential hätte dem Film sicherlich gut getan.
Wie gesagt: Für einen echten Thriller ist die Story viel zu banal. Die Stimmung ist nur selten spannend oder gruselig. Auch das hätte man wesentlich besser gestalten können. Auch fehlt mir etwas mehr Detailbetrachtung. Die Geschehnisse werden nur oberflächlich beschrieben und viele Fragen bleiben für den Zuschauer ungeklärt.
So bleibt die Frage, warum ich dem Film doch 3 Sterne gebe. Gute Schauspieler, eine Story, die zwar banal, aber dennoch gut zu gucken ist und eine etwas andere Definition des Thriller-Genre. Offenbar reicht das schon für einen gut zu schauenden Film.