Soundtracks sind meist mit Vorsicht zu genießen. Oft verstoßen die Zusammenstellungen gegen alle Regeln des Samplings. Nicht selten kommt es vor, dass z.B. langweilige Filmscores und gute Songs einander die Klinke in die Hand geben, was zwangsläufig zu einem Kulturschock führen muss. Unheimlich nervig sind auch die sogenannten Speeches (=Gequassle der Schauspieler aus dem jeweiligen Film) die sich dann oft mit den Songs überschneiden (siehe Fear And Loathing In Las Vegas OST oder Natural Born Killers OST). Auch editierte Versionen von an sich guten Songs sind mir ein Kreuel.
Coffy OST hingegen verstößt gegen keiner dieser Grundprinzipien, die einen guten Soundtrack ausmachen. Schnelle Nummern harmonieren mit den weniger schnellen und die gesanglichen mit den instrumentalen. Der Stil des 70er Jahre Blaxploitation-Sounds bleibt bis auf das "Vittroni's Theme" (hier drücke ich beide Augen zu) erhalten. Meine Lieblingsnummer ist und bleibt "Exotic Dance".
Quentin Tarantino hat es wenigstens zugegeben, dass er alles klaut. Doch selbst klauen will gelernt sein (Winona Ryder kanns bestätigen). Tarantino ist für mich ein Meister in der Erschaffung einer guten Film-Kompilation. Habt Ihr übrigens gewusst, dass bei "Pulp Fiction" zuerst der Soundtrack fertig war? Erst später kam die Story und das Drehbuch hinzu. Genial oder? Nicht zuletzt aus diesem Grund sind Pulp Fiction OST, Reservoir Dogs OST sowie Jackie Brown OST meine Lieblingssoundtracks (auch wenn mancherorts heftigst editiert u. gekürzt wurde).