Schon im "Bonecollector" zeigte Deaver, zu welchen Verwechslungsspielen und literarischen Täuschungsmanövern er im Stande ist. Nicht allein, dass seine Romane sehr gut recherchiert und in sich logisch aufgebaut sind. Auch das "Wie" ist einzigartig. Im zweiten Lincoln Rhyme Abenteuer wird eine Pilotin Ziel eines Mordkomplotts, da sie Zeugin eines Verbrechens ist. Das ist der Plot, so weit, so simpel. Ist es aber nicht. Denn: bei Jeffrey Deaver muss man auch wirklich das Buch bis zu Ende lesen, da sich hinter jeder Seite ein neuer Aspekt der Geschichte verbirgt. Da, wo andere Thriller-Autoren schon den Abspann laufen lassen und ihre Helden in die Ferien zwischen zwei Büchern schicken, legt er nochmal nach. Und das, was man schon abgehakt hat, bekommt eine neue, spannende Wendung. Wenn Sie tatsächlich zu der Gattung Mensch gehören, die nach einem Drittel des Buches immer schon wissen, wer genau der Mörder ist, haben Sie mit Deaver Ihren Meister gefunden. Denn Deaver ist der Gott der Plot-Twists.