Lange wurde "Codex Urbanis" von der Spielerschaft des Erzählspiels "Engel" erwartet, da man hoffte, neue und konkretere Ideen zu den einzelnen Diadochen und den mit Technik versehen Städten, die sie beherrschen, zu bekommen. In dieser Hinsicht jedoch wird der Spieler enttäuscht. Zwar handeln die Texte von den Diadochenstädten, doch sind sie häufig Nacherzählungen einzelner Geschehnisse oder sehr generell gefasst. Was man vermisst, sind präzise Informationen, Stadtpläne oder auch lediglich eine kleine Auswahl der Verteidigungsmöglichkeiten der Städte. Wie in den anderen Spielhilfen auch werden jedoch alle Dinge aus der Sicht des 27. Jahrhunderts beschrieben, so dass der Erzähler oft raten muss, was für technische Geräte eigentlich gemeint sind. Dieses Unwissen und Rätseln macht einen Teil des besonderen Spielspaßes an Engel aus, doch gerade für diejenigen, die eine Gruppe leiten, ist es an dieser Stelle störend.
Wie alle anderen Bücher für "Engel" überzeugt auch dieses durch sein besonderes Layout und die schöne Erzählweise, die sehr viel von der Stimmung zu vermitteln weiß. Wie immer werden auch kleine geschichtliche Ereignisse fortgeführt und weitere angedeutet, die vielleicht im nächsten Band näher ausgeführt werden.
Keine Frage, "Codex Urbanis" ist eine schöne und stimmungsvolle Spielhilfe, doch leider unpräzise, was in diesem Fall ärgerlich ist. Niemand erwartet, dass erklärt sind, was die Fegefeuer sind, doch wenn von einem mysteriösen grünen Schleim die Rede ist, dann sollte man als Spielleiter mehr darüber wissen um diesen auch erzählerisch in ein Abenteuer einbauen zu können.