Gaius Sextus, Herrscher von Alera, sieht sich von seinen machthungrigen Fürsten bedroht, die sein natürliches Ableben ohne Thronfolger nicht abwarten wollen, um an die Macht zu kommen. Durch verschiedene politische Winkelzüge versucht er seine Position zu stärken, wozu auch die Erschaffung einer neuen Ersten Legion, zusammengesetzt aus Legionares aller Teile des Reiches, beitragen soll.
Tavi, zwischenzeitlich ausgebildeter Cursor, bekommt den Auftrag, sich unter einer falschen Identität mit niedrigem Offiziersrang unter die Truppen zu mischen. Damit sollen wichtige Informationen über Verschwörungen gewonnen und gleichzeitig Tavi aus der vordersten Frontlinie entfernt werden, da allgemein davon ausgegangen wird, daß die zusammengewürfelte Truppe aus unerfahrenen Rekruten und Veteranen dubioser Loyalität nie im Gefecht stehen wird. Durch sich überschlagende Ereignisse aus Verrat, Intrigen und Machtgier sieht sich Tavi jedoch plötzlich als kommandierender Offizier einem zahlenmäßig überlegenen Invasionsheer gegenüber, abgeschnitten vom Informationsfluss und völlig auf sich allein gestellt...
In der dritten Folge des "Codex Alera" zeigt Jim Butcher sein ganzes schriftstellerisches Können. Im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Teilen hat er nochmals eine deutliche Steigerung erreicht und alles eingebaut, was zu einer erstklassigen Story gehört: eine überaus realistisch und detailgetreu wirkende Welt, die ans Römische Imperium erinnert und viele militärische Details aus den Legionen wirklichkeitsnah schildert, verbunden mit einem einzigartigen, natur- und elementenahen Magiesystem, das das Alltagsleben der Bewohner beherrscht.
In dieser Welt muß sich der junge männliche Held bewähren, der - für klassische Fantasy eher untypisch - durch seinen kompletten Mangel an magischen Fähigkeiten als geradezu behindert wirkt. Was dies für Tavi bedeutet und wie er mit Mut, Intelligenz und Durchhaltevermögen in aussichtslosen Situationen die Oberhand behält, gehört zu den Stärken des Buches und macht gerade diese Folge zur besten der ganzen Serie.
Tavi macht eine überzeugende Entwicklung durch, muß sich mit den Höhen und Tiefen des Kommandantendaseins auseinandersetzen, und zeigt Führungsqualitäten, die ihm die Loyalität seiner Truppe sichern und dem Leser nochmals mehr als deutlich klarmachen, was hinter seiner Abstammung steckt. Diese wird auch durch Rückblicke in die Vergangenheit enthüllt, die gleichzeitig auch ein neues Licht auf andere Charaktere werfen und für weitere interessante Entwicklungen sorgen.
Wie in den vorhergehenden Folgen gibt es mehrere Handlungsstränge mit bereits bekannten Figuren wie Amara, Bernard, Fade, sowie Ehren und Max, über die ebenfalls mehr Details zu erfahren sind.
Insgesamt hat mir diese Folge von der ganzen Serie bisher am besten gefallen; sie bietet alles, was man sich als Fantasy-Leser wünschen kann.