Der Kampf gegen die Canim dauert seit mehr als 2 Jahren an. Nach seinem Sieg am Elinarch muß sich Tavi alias Captain Rufus Scipio zunehmend mit politischen Ränkespielen und einem von Ehrgeiz getriebenen Senator auseinandersetzen, der sich mit einem schnellen militärischen Erfolg einen rasanten politischen Aufstieg verspricht. Dafür ist er bereit, über Leichen zu gehen - nicht nur die von Tavi. Anstatt einer fundierten militärischen Strategie ist er bereit, die Truppen zu verheizen und Tavi auf Kosten der Zivilbevölkerung in eine Situation zu manövrieren, die ihm nur die Möglichkeiten zum Desertieren oder zum Verrat läßt. Allerdings hat er nicht mit Tavis messerscharfem Verstand, taktischen Geschick und der hart verdienten Loyalität seiner Truppen gerechnet...
In der 4. Folge der Serie überzeugt Jim Butcher auf ganzer Linie, indem es sowohl entscheidende persönliche Entwicklungen der Hauptfigur gibt, verbunden mit vielen spannenden Kampfszenen, einer Lösung für ein äußerst kniffliges magisches und taktisches Rätsel, und einer entscheidenden Entwicklung im Gesamtplot.
Im Mittelpunkt mehrerer Handlungsfäden steht wieder Tavi, der unter ungünstigsten Bedingungen von seiner ihm bisher verheimlichten Herkunft erfährt. Sich darauf einzustellen, bedeutet eine große Herausforderung, weil sich die politischen Fallstricke um ihn herum immer enger zusammenziehen. Gleichzeitig muß er sich mit dem Erwachen seiner nicht vorhanden geglaubten magischen Fähigkeiten auseinandersetzen - und kann nicht den einfachen Weg beschreiten, seine Herkunft oder seine Kräfte zu offenbaren. Dies ist äußerst geschickt in Szene gesetzt und weit weg von den einfachen Lösungen, die viele andere Fantasy-Geschichten vorschnell anbieten.
Die Auseinandersetzung mit den Canim bietet ebenfalls Stoff zum Nachdenken: Tavi muß sich damit auseinandersetzen, daß sich seine größten und skrupellosesten Feinde in den eigenen Reihen verbergen, während die verachteten Gegner die Aleraner für ehrlose Monster halten und die im Imperium praktizierte Sklaverei verurteilen. Damit werden die Grenzen für Gut und Böse in Frage gestellt und Tavis ganzes taktisches und diplomatisches Geschick dem bisherigen Gegner gegenüber gefordert.
Weitere Handlungsfäden drehen sich um Amara, Bernhard und Gaius Sextus, der ein ganz eigenes Projekt verfolgt, das ihm seine letzten Reserven abverlangt und den schnellen und einfachen Gebrauch von Magie verbietet. Isana und Araris spielen ebenso eine wichtige Rolle wie Ehren, Maximus, Crassus und Marcus - und sind wie bisher gut charakterisiert und genauso interessant wie die Hauptcharaktere.
Entscheidende Entwicklungen stellen die Weichen für den Kampf gegen einen bedrohlichen Gegner und weitere politische Ränkespiele und den Kampf um die Nachfolge von Gaius, wobei nicht alle Handlungselemente abgeschlossen werden und viel Spannung für Folge 5 aufrechterhalten wird. DIE BEFREIER VON CANEA soll im Juli erscheinen.