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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer sich wie ich ...,
Von Martin Lorenz "martin.k-lorenz" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Codes and Keys (Audio CD)
... kürzlich dachte, die einzigen, legitimen Erben dieses Sommers für Arcade Fire und ihr Album "The Suburbs" seien die Antlers mit ihrem Album "Burst Apart", dem war im Grunde klar, dass sich dieses Bild ganz schnell ändern könnte - und auch mußte. Denn Death Cab For Cutie standen schließlich schon in den Startlöchern. Und die hatten vor knapp sechs Jahren mit "Plans" immerhin das nahezu perfekte Popalbum abgeliefert. Und wer sich noch immer voller Entzücken an Songs wie "Soul Meets Body" und "I Will Follow You Into The Dark" erinnern kann, der weiß, dass diese Behauptung nicht zu hoch gegriffen ist.Wenn "Codes And Keys" annähernd so gut werden sollte, dann war klar, dass so eine branchenüblich eher selten große Zeitspanne zwischen beiden Werken liegen mußte - man erschafft Großes nicht im Akkord. Und wirklich, dem Quartett aus dem Staate Washington ist die wohl reifste und bestgelaunteste Sehnsuchtsplatte der Neuzeit gelungen - die Bright Eyes und die erwähnten Antlers werden wohl anerkennend in die Knie gehen müssen. Ein bedächtiger Start, "Home Is A Fire" steigert sich erst langsam - elektronisch fein aufgepeppt - mit behutsamem Gitarrenschmirgel zu einem kraftvollen Popsong, gefolgt vom gefühligen Pianostomp "Codes And Keys", der schon etwas von dem anklingen läßt, was sich wie ein roter Faden durch's komplette Album ziehen soll: lebenskluge Alltagsbetrachtungen, gefühlige Bilder, die nicht platt und kitschig daherkommen, sondern in ihrer Einfachheit gefallen: "When you scream, love you see like a child, throwing stones at the sky, when they fall back to earth as minor chords of major works". Gleich danach eine sarkastische, ja fast feindseelig anmutende Replik auf das besitzergreifend Männliche dieser Welt ("But some boys don't listen, some boys don't listen at all, they don't ask for permission, they lack inhibitions, no walls, and they get what they want, but some boys don't know how to love."), Sänger Ben Gibbard geht hier einiges offensichtlich schwer gegen den Strich. Drei von elf Songs und doch ist die kreative Energie von Death Cab For Cutie keineswegs erschöpft. Ein kalt glänzendes, vergleichsweise dunkel gestimmtes "Doors Unlooked And Open", das auch New Order nicht hätten besser machen können - "You're A Tourist" birst dagegen fast vor Optimismus und auch das längere "Unobstructed Views" umschmeichelt mit verträumter Liebeslyrik. Später gelingt ihnen dann noch eine unbeschwert schöne und rockige Ergänzung zu Bill Callahans "Sycamore", hier "Underneath The Sycamore" - der Schluß "Stay Young, Go Dancing" steht für sich und ist auch auf den zweiten Blick so gemeint, wie man ihn auf den ersten zu verstehen glaubt. Vielleicht muß man ja besonders gestrickt sein, um dieses Album uneingeschränkt wunderbar finden zu können, vielleicht gehört es ja eher denen, die sich schnell von Frohmut und der Sehnsucht nach dem einfachen Glück begeistern lassen. Doch was, wenn manche Dinge wirklich so simpel sind und Death Cab For Cutie es geschafft haben, dieses Gefühl mit traumwandlerischer Sicherheit in jedes ihrer Lieder zu packen? Gute Popsongs können und dürfen das - glücklich machen, das haben schon die Beatles gewußt. "Codes And Keys" ist randvoll davon. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Hm.,
Rezension bezieht sich auf: Codes and Keys (Audio CD)
Ich bin im Prinzip ein großer Freund dieser Band, das gleich vorab. The Photo Album, das brutal gute Transatlanticism und (mit Abstrichen) Plans und Narrow Stairs waren und bleiben für mich wichtige und immer wieder gern aus dem Regal gezogene Platten, mit wunderbaren Texten und immer stilsicherer Vertonung. Darauf konnte man sich bisher verlassen, auch wenn beispielweise auf Plans schonmal in ungewöhnlichen Gewässern gefischt wurde ("Soul Meets Body", zum Beispiel - einer meiner Lieblingssongs, gerade weil er im damaligen Kontext so "anders" war).Und in gewisser Hinsicht ist das auch bei Codes And Keys wieder so. Die Texte sind wieder sehr okay (zumindest stellenweise sogar wieder sehr gut, aber Gibbard war auch schon besser), und die Musik hat durchaus Stil. Plastik ist das nicht. Einzig: Hier kommt mein persönlicher Geschmack einer besseren Bewertung in die Quere. Ähnlich Bands wie die für mich ebenfalls mal relevanten Snow Patrol und Coldplay (sind natürlich Extrembeispiele) legen auch DCFC hier nach ersten echten kommerziellen Erfolgen eine steile Stilkorrektur hin. Das ganze ist viel dicker produziert, und viel mehr Einflüsse kommen zum Tragen. Man entfernt sich von der alten Gitarrenpop-Schule hin zu Synthie-Streichern, Elektro-Beats und Keyboards - natürlich ohne dass es zum Techno-Overkill wird, es ist schon immernoch irgendwo Alternative-Pop. Experimente sind prinzipiell nichts schlechtes. Gerade der geänderte Stil gefällt sicher vielen, und das ist vielleicht auch gut so, schließlich sind radiotaugliche DCFC immernoch drei Klassen besser als der meiste andere Mist, der unsere Charts so dominiert. Und ohne jeden Zweifel darf eine Band sich auch weiterentwickeln und andere Richtungen einschlagen, auch wenn es manchem alten Fan weh tut. Und, ich muss bei aller Kritik auch eine kleine Lanze für "Codes And Keys" brechen: Stellenweise macht es wirklich Spaß, man merkt zwischendurch immer mal wieder, dass hier tatsächlich die guten alten DCFC am Werk sind. Und dann kommt ein Song wie "You Are A Tourist", den ich - und das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung - einfach nur lalala-belanglos finde. Für mich gilt insgesamt leider: Wenn ich U2-Kram (Vergleich hinkt, aber ihr wisst was ich meine) hören möchte, dann höre ich U2. Was etwa 1x pro Jahr vorkommt. Und danach lege ich mir wieder Transatlanticism auf. Leider nur - gerade mal so - 3 Sterne. Ich hätte gerne etwas anderes gesagt. Hab das Album lange liegen lassen, um zu schauen, ob es vielleicht mit der Zeit besser wird, ähnlich wie Radiohead-Alben zu ihrer besten Zeit. Ist aber leider nur bedingt der Fall. Bin gespannt, ob es jetzt so weiter geht, oder ob sie nochmal wieder back to the roots gehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Spätzünder,
Rezension bezieht sich auf: Codes and Keys (Audio CD)
Nach Plans war dies die zweite CD von Death Cab for Cutie die ich mir zugelegt habe und wie bei Plans war ich zunächst enttäuscht. Obwohl schon vorgewarnt durch zwei famose CDs ging es mir die Tage bei Narrow Stairs wieder genau so. Ich weiss nicht woran es liegt aber die Lieder dieser Gruppe brauchen ihre Zeit zu wachsen. Wenn sie sich jedoch dem geneigten Hörer voll erschließen sind es allesamt Perlen die ihren Glanz auf lange Zeit nicht verlieren. Doors Unlocked And Open hat einen solch genialen Refrain, man schwimmt geradezu auf einer Welle der Melodie und das im Anschluss befindliche You are A Tourist besticht mit U2 Attitüde nur eben 100 mal besser, groovt sich ins Ohr mit Macht und bleibt dort unwiderruflich hängen. Geniale Musik.
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