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Coco Chanel - Der schwarze Engel: Ein Leben als Nazi-Agentin [Gebundene Ausgabe]

Hal Vaughan , Bernhard Jendricke , Gerlinde Schermer-Rauwolf , Robert A. Weiß
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

16. August 2011
Coco Chanel, die Verkörperung des guten Geschmacks, eine Nazi-Agentin? Spannend und investigativ erzählt Hal Vaughan von der dunklen Seite der einflussreichsten Modeschöpferin des 20. Jahrhunderts, die auch eine Meisterin der Legendenbildung war. Das Psychogramm einer leidenschaftlichen Frau, die sich mit dem Bösen einließ.Wie geschah es, dass aus dem Waisenkind Gabrielle Chasnel die mondäne Coco Chanel wurde? Und was brachte sie dazu, sich als Agentin für die deutsche Abwehr anwerben zu lassen? Eine Spur führt zu dem deutschen Baron Hans Günther von Dincklage, mit dem sie während der Besetzung Frankreichs eine Affäre hatte - ein Sonderbeauftragter des Reichspropagandaministeriums. Aber war es verblendende Liebe allein, die sie danach trachten ließ, jüdische Geschäftspartner zu enteignen und mit dem deutschen Geheimdienst zu kooperieren? Anhand zahlreicher Dokumente und bisher nicht veröffentlichten Archivmaterials präsentiert Hal Vaughan erstmals das ganze Ausmaß der Verstrickung Coco Chanels mit der Nazi-Besatzungsmacht.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (16. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455502261
  • ISBN-13: 978-3455502268
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.650 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Wie geschah es, dass aus dem Waisenkind Gabrielle Chasnel die mondäne Coco Chanel wurde? Und was brachte sie dazu, sich als Agentin für die deutsche Abwehr anwerben zu lassen? Eine Spur führt zu dem deutschen Baron Hans Günther von Dincklage, mit dem sie während der Besetzung Frankreichs eine Affäre hatte - ein Sonderbeauftragter des Reichspropagandaministeriums. Aber war es verblendende Liebe allein, die sie danach trachten ließ, jüdische Geschäftspartner zu enteignen und mit dem deutschen Geheimdienst zu kooperieren? Anhand zahlreicher Dokumente und bisher nicht veröffentlichten Archivmaterials präsentiert Hal Vaughan erstmals das ganze Ausmaß der Verstrickung Coco Chanels mit der Nazi-Besatzungsmacht.

Über den Autor

Hal W. Vaughan, ehemaliger Journalist, arbeitete für den Auswärtigen Dienst der USA. Viele Jahre lebte er in Europa, dem Mittleren Osten und Südostasien. Von seiner Pariser Heimat aus publizierte er zwei erzählende Bücher über die Okkupation von Paris. Er ist Mitglied des National Press Club, Washington, D. C., The Anglo American Press Club of Paris und der Association of Former Intelligence Officers.

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3.0 von 5 Sternen Darstellung mit Schwächen 15. Oktober 2011
Von "Hamburger Jung" TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Hal Vaughans Buch "Coco Channel. Der Schwarze Engel. Ein Leben als Nazi-Agentin." hat mich nur bedingt überzeugt, so dass ich insgesamt zu einer durchschnittlichen Bewertung gelange.

Einzelne Phasen ihres Lebens werden, wie Kindheit und Jugend, nur kurz angerissen, andere vertieft und intensiv dargestellt, dabei der Aufstieg zur führenden Designerin, die zahlreichen Liebschaften und Freundschaften bis in die höchsten gesellschaftlichen Kreise des Kontinent und die Tätigkeit als Informantin der Militärischen Abwehr während des Zweiten Weltkrieges.

Hal Vaughan ist von Hause aus Journalist und versteht es Sprache geschickt zu gebrauchen. Das Buch gut und leicht lesbar, sehr spannend, in einzelnen Abschnitten für meinen Geschmack etwas zu reißerisch, geschrieben und durch die geschickte Einflechtung von Zitaten von Zeitgenossen, Auszügen aus Briefen und Selbstzeugnissen Coco Channels gelingt es dem Autor ein umfangreiches Lebensbild von Coco Channel zu entwerfen, hierbei bedient er sich aber überwiegend aus bereits erschienenen Biographien und liefert insgesamt nur wenig Neues. Der Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen zur gefeierten Modeschöpferin und erfolgreichen Parfumproduzentin dieser ehrgeizigen, geschäftstüchtigen und zielstrebigen Frau, die es vor allem auch verstand ihre vermögenden Liebhaber für sich und ihr Imperium einzuspannen, beschreibt er eindrucksvoll und überzeugend.

Die Phase der Zusammenarbeit mit der Militärischen Abwehr der Wehrmacht und später dem SD ist etwa ein Drittel des Buches gewidmet, hier hat der Autor fleißig in Archiven gegraben und vieles Zutage gefördert, was von bisherigen Biographen übersehen wurde (oder übersehen werden wollte). Dieses Material ist gut aufbereitet und macht die Verstrickung Channels in die Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzern während des Krieges deutlich, diese war umfangreich, doch welche Folgen hatte diese, eine Frage die durch den Autor nicht beantwortet werden kann. Auch ob die Bereitschaft Channels als Agentin zu arbeiten durch die Liebesbeziehung zu dem Abwehragenten Baron von Dincklage, durch die Sorge um den in deutscher Kriegsgefangenschaft befindlichen Neffen oder durch andere Einflüsse motiviert wurde, bleibt unbeantwortet.
Im weiteren stellt der Autor dar, dass Channel zur Sondierung möglicher Friedensinitiativen Himmlers mit Großbritannien eingesetzt wurde und mit dem Chef des SD Walter Schellenberg in persönlichem Kontakt stand, überzeugen können seine wenige Fakten jedoch nicht, vieles ist Hörensagen und beruht auf Nachkriegsaussagen, deren Wahrheitsgehalt doch durchaus anzuzweifeln ist, insbesondere die von Schellenberg nach stundenlangem Verhör. Aber selbst wenn es dazu gekommen sein sollte, letztendlich waren diese Versuche völlig erfolglos, trotz persönlicher Beziehungen zu Winston Churchill, Großbritannien hatte sich schon sehr früh auf die Bedingungslose Kapitulation festgelegt und zeigte keine Ambitionen zu einem Separatfrieden. Ob Channel such nach dem Krieg allein durch ihre geschickte Verteidigung oder aber durch Intervention Churchills der Strafverfolgung als Kollaborateurin entziehen konnte, wird wohl nie geklärt werden.

Hal Vaughan versucht und dies muss in Teilen wirklich Versuch genannt werden, Coco Channels Leben immer wieder in die Historische Entwicklung Europas einzuordnen und beschriebt diese am Rande allerdings mehr als nur oberflächlich, teilweise ordnet er Zusammenhänge falsch zu oder beschreibt veraltete Erkenntnisse, weder war Adolf Eichmann der Mann, der im Sommer 1941 die Pläne zur physischen Vernichtung der Juden entwarf (S.227), noch war Himmler Chef der Gestapo (S. 247), um nur zwei Beispiele zu nennen, ein Blick in das zwar sehr umfangreiche Quellen und Literaturverzeichnis macht aber deutlich, dass viele der neueren Werke zum Themenkomplex Holocaust und Gestapo hier nicht erscheinen.

Im Summenzug ist es dennoch ein interessantes Buch, abzüglich historischer Ungenauigkeit und reißerischer Darstellung verbleiben drei Sterne, dass durchaus lesenswert ist.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Coco Chanel eine Nazi-Agentin? Dass ihre Vergangenheit während der deutschen Besatzung von Frankreich nicht lupenrein gewesen sein konnte, nun das kann jeder ahnen, der ihre Biografie bei Wikipedia liest. Warum sonst hat sie in der Schweiz Unterschlupf gesucht, suchen müssen? Was aber genau war der Anlass für ihre Flucht?

Hal Vaughan, Journalist, Schriftsteller und für den amerikanischen Auswärtigen Dienst tätig, ist der Sache nachgegangen. Wie viele Archive er besucht hat, wie viele Dokumente er studiert hat, wie viel Zeit er in dieses Buch investiert hat, kann man erahnen, wenn man einen Blick in den Anhang wirft. Beginnend auf S. 341 werden akribisch die Quellen pro Kapitel aufgelistet. Eine vorbildliche Dokumentation. Des Weiteren erhält der Leser ab S. 377 eine umfangreiche Bibliographie und natürlich gibt es auch noch die Bildnachweise der zahlreichen Fotografien und Dokumente.

Der Autor beginnt zwar mit der Geburt, der Kindheit, Jugend der berühmten Modedesignerin. Diese Jahre werden jedoch nur gestreift. Ähnlich wie die Jahre nach ihrer Rückkehr nach Frankreich. Ausführlicher wird auf ihren beruflichen Aufstieg und ihre Liebhaber eingegangen. Dies ist vor allem deswegen wichtig, weil einige der Ereignisse das Verständnis für spätere Handlungen erleichtern. Beispielsweise die Beziehung zu Pierre Wertheimer. Einerseits die geschäftliche Beziehung, dann aber auch die Anziehungskraft, die sie auf ihn ausübte. Der Vertrag mit den Wertheimers über die Parfümgeschäfte wirkte sich zwar positiv auf die Produktionskapazitäten, die Marktstellung und das Vertriebsnetz aus. Dennoch fühlte sich Chanel 'übers Ohr gehauen', und versuchte Anfang der dreißiger Jahre auf juristischem Weg eine Änderung herbeizuführen. Ein kläglicher Versuch, die Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen. Zum Scheitern verurteilt. Kein Wunder also, dass sie später während der deutschen Besatzung eine neue Chance witterte, ihre jüdischen Geschäftspartner loszuwerden. Ebenso wichtig ist sicherlich die Beschreibung ihrer Beziehung zu dem Herzog von Westminster (auch Bendor genannt) und anderen Persönlichkeiten, die ihr später zu Hilfe eilen sollten. Die weiteren Schwerpunkte des Buches liegen eindeutig auf den Jahren der deutschen Besatzung, ihrer Tätigkeit als Agentin für das Deutsche Reich, dem Fortgang ihrer Beziehung zu den Wertheimers, ihren Geschäftspartnern. Des Weiteren wird umfangreich darauf eingegangen wie es ihr nach dem Krieg gelungen ist, sich der Verfolgung zu entziehen.

Eine geschickte Kombination von Beziehungen einerseits und taktischen Mitteln andererseits. Wichtiger als die kostenlose Abgabe von Parfum an die alliierten Soldaten war wohl die Unterstützung durch Männer wie Winston Churchill und den Herzog von Westminster, der ihr die Warnung zukommen lies, zu fliehen. Deren Motivation ist einfach durchschaubar. Die Dame wusste zuviel. Im Falle eines Gerichtsverfahrens wären gewiss Dinge über den Herzog von Windsor oder andere Persönlichkeiten zur Sprache gekommen, die man lieber verschweigen wollte. So wundert es nicht, dass, als es dann doch zu einer Vernehmung durch Richter Serre kam, diesem ganz offensichtlich Informationen fehlten. Da Chanels Aussage nicht zur Aufklärung beitrug, konnte der Richter nicht alle Puzzlesteine zusammensetzen. In der Gerichtsakte stand jedenfalls geschrieben: 'Die Aussagen, die Mademoiselle Chanel vor Gericht gemacht hat, waren irreführend.' (304)

Ihr Glück, das die Informationen über ihre Spanien-Missionen, insbesondere über die Operation Modellhut nicht ans Tageslicht kam. Zuviel will ich hier allerdings von dem Agentenleben der französischen Modedesignerin nicht schreiben, das wäre dann wirklich ein Spoiler, der Ihnen die Spannung nehmen würde.

Des Weiteren hatte sie Glück, dass die Wertheimers, ihre Geschäftspartner, die sie eigentlich ausbooten wollte, den Nutzen einer weiteren Geschäftsbeziehung sahen, und die Vergangenheit Vergangenheit sein ließen. Die Einigung mit Pierre Wertheimer ermöglichte Chanel den Neuanfang in Frankreich. Der Verzicht auf eine Klage brachte aber auch der Familie Wertheimer Nutzen. Deren Vereinbarung mit dem französischen Luftfahrtpionier Félix Amiot, der das Wertheimer-Vermögen während der Besatzung treuhänderisch verwaltet hatte, dabei auch seine Verbindungen zu Hermann Göring, dem Oberkommandierenden der deutschen Luftwaffe ausgenutzt hatte, konnte weiterhin geheim gehalten werden. Dasselbe galt für die Mission des Wertheimer-Mitarbeiters Herbert Gregory Thomas, der während der Besatzungszeit nicht nur die geheime Formel von Chanel No.5 in Erfahrungen bringen sollte, die Inhaltsstoffe beschaffen sollte, sondern auch den jungen Wertheimer aus Frankreich heraus schmuggelte. Ach ja, dieser H.G. Thomas heuerte später beim OSS, dem CIA-Vorläufer an. Ehrlich gesagt bietet dieses Buch Stoff für mehr als einen Thriller oder Agentenfilm.

Der Schreibstil ist überaus gut lesbar und kurzweilig. Zitate sind zwar eingearbeitet, darunter auch längere Zitate, diese empfand ich beim Lesen jedoch nicht als störend. Im Gegenteil. Positiv empfand ich außerdem, dass der Autor parallel zu den biografischen Ausführungen auch die geschichtliche Entwicklung, insbesondere in Deutschland, erwähnt.

Mein Fazit:
Das Leben selber schreibt doch immer die besten Geschichten. Das Doppelleben der Coco Chanel bietet alles: Intrigen, Spionage, Verdunkelung ... und natürlich Liebe. Großartig recherchiert mit einer umfangreichen Dokumentation. Spannend und lesenswert für all diejenigen, die gerne hinter die Kulissen schauen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Coco Chanel - Der Schwarze Engel 9. September 2011
Von exquistus TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jeder Mensch hat einen schwarzen Fleck in seiner Vergangenheit. Ein schwarzer Fleck, der ihm zu dem gemacht hat, der er heute ist. Manchmal ist dieser schwarze Fleck peinlich, manchmal auch skandalös. Auf alle Fälle spricht man nicht gern über ihn. Für eine Mode-Ikone, für eine Weltmarke wie Coco Chanel ist es mehr als beschämend und erklärungsbedürftig über die Verstrickungen in Entscheidungen der Nazi-Oberen während der faschistischen Diktatur in Deutschland verwickelt gewesen zu sein.
Gabrielle Chasnels (so ihr Geburtsname) Aufstieg war kometenhaft. Im Nu war ihr Mode das Nonplusultra in den 1920er Jahren bei den Damen in Paris, in Frankreich, in Europa. Durch harte Arbeit reifte ihre Firma zu einem wahren Imperium. Aufträge aus Hollywood und von Theatern prägten ihren trendweisenden Ruf. Privat wurde sie immer wieder von Rückschlägen gebeutelt. Keine ihrer Beziehungen schien ein langes erfülltes Leben beschieden zu sein. Affären gab es viele. Doch Coco Chanel ging nicht damit hausieren. Wohl auch deshalb, weil einige ihrer Liebschaften blauen Blutes waren. Am englischen Hofe war sie ein gern gesehener und reichlich protegierter Gast. Auch Winston Churchill gehörte zu ihren engsten Freunden.
So war es auch nicht verwunderlich, dass sie auch von den Mächtigen hofiert wurde. Sie musste nicht deren Nähe suchen. Unter der Regierung von Marschall Petain, der deutsch-freundlichen Regierung während der Naziherrschaft in Deutschland, befand sich so mancher, den die elegante und ganz und gar nicht judenfreundliche Coco Chanel zu ihrem Freundeskreis zählte. So lernte sie auch Baron Hans Günther Dincklage kennen. Schon seit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der deutsche Diplomat von den französischen Behörden als Spion beobachtet. Zunächst deckte ihn jedoch sein diplomatischer Status. Fast unbehelligt konnte er ein gut funktionierendes Spionagenetz aufbauen.
Die Liebe zwischen dem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Paar ' er strammer Offizier, sie eine von der Muse geküsste Künstlerin ' hielt auch ungewöhnlich lang. Was Coco Chanel dazu bewog auch im Sinne der Nazis aktiv zu werden, ist bis heute nicht ganz aufgeklärt (und wird es wohl auch nie). Zunächst wollte sie ihre exponierte Stellung nutzen, um Freunde und Familienangehörige aus den Fängen und Gefängnissen zu befreien, was auch gelang. Ein Umstand, der ihr nach dem Krieg nützen sollte. Später unternahm sie einen Versuch dem Krieg der Alliierten gegen Deutschland zu beeinflussen. Ein Umstand,. Der ihr nach dem Krieg zum Verhängnis werden sollte. Denn nach dem Krieg wurde sie wegen Kollaboration mit dem Feind angeklagt.
Auch hier war ihr Verhandlungsgeschick von Vorteil. Gerissen wand sie sich durch ihre Antworten.
Hal Vaughan nähert sich einem der berühmtesten Namen Frankreichs mit Respekt, jedoch nicht mit Unterwürfigkeit. Jahrelang hat er Akten in den Archiven der Welt gewälzt. Seine Recherchen zeichnen zum einen ein exaktes Abbild von Paris in den Goldenen Zwanzigern bis in die Tage der deutschen Besatzung. Zum anderen seziert er aufs peinlichste das Leben einer Ikone. Er verändert sicherlich nicht die Sicht auf die Modewelt, im speziellen des Hauses Chanel. Jedoch gibt er Denkanstöße über Machtspiele, wirtschaftliche Interessen (was wäre Chanel No.5 heute, wenn Coco Chanel als Kollaborateurin verurteilt worden wäre?) und die Moral im Geschäft. Die über 300 Seiten der Biografie lesen sich wie ein spannender Spionageroman. Er gibt Einblicke in die Denkweise einer der am meisten verehrten und einflussreichsten Frauen des 20. Jahrhunderts.
Eines steht fest: Es wird immer 'Günstlinge der Hölle' geben. Die Gründe sich mit den Reichen und Mächtigen zu verbünden sind vielfältig. Diese Günstlinge müssen bis an ihr Lebensende mit ihrer Entscheidung und den daraus resultierende Konsequenzen leben. Sie werden dafür verurteilt und gebauchpinselt zugleich. Für die, die nicht von Diktaturen profitiert haben, sind sie Verräter. Für diejenigen, die ebenfalls in die Fänge der Diktatur gerieten (oder sich freiwillig in sie begaben) sind sie Weggefährten. Es gibt kein schwarz ' im Falle von Coco Chanel nur das kleine Schwarze), und es gibt kein weiß. Die Grauzone muss aber umso mehr beleuchtet werden, um die Kontraste und Schattierungen hervorzuheben. Nur so kann man Legenden(ver)bildungen vorbeugen.
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