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Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft
 
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Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft

DVD ~ Audrey Tautou
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Audrey Tautou
  • Regisseur(e): Anne Fontaine
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: Warner Home Video - DVD
  • Erscheinungstermin: 31. März 2010
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002LVUKJW
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 4.922 in DVD & Blu-ray (Die Bestseller DVD & Blu-ray)

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Jugendjahre und Aufstieg der Ikone der Haute Couture, 15. September 2009
Von Helga Kurz "helgakurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Der Titel weist bereits darauf hin: mit dem Durchbruch Coco Chanels zur ultimativen Modeikone endet dieser Film nach knapp zwei Stunden und man ist durchaus geneigt "schon?" zu sagen, was auf gute Unterhaltung schließen lässt. Und dieses Prädikat hat Anne Fontaines filmische Verneigung vor dieser außergewöhnlichen Frau verdient. Aber wenn auch die heimlichen Stars der Geschichte bereits ihre außergewöhnlichen Kreationen sind, so erzählt er eben doch die Geschichte der Gabrielle Chasnel (ein Schreibfehler) nur bis zur Zeit Cocos vor Chanel, wie der Originaltitel noch treffender betont.

Basierend auf der mit einer Fülle von Fakten gespickten Biografie einer ebenfalls außergewöhnlichen Frau, der langjährigen Chefredakteurin der französischen Ausgabe von "Vogue" Edmonde Charles-Roux, beginnt der Film mit der Kindheit der kleinen Gabrielle in einem einsam gelegenen, klösterlichen Waisenhaus, in das ihr Vater sie und ihre Schwester verfrachtete, nachdem die Mutter, noch jung, an einem elenden Leben zugrunde ging. Der Name Chanel hatte in den Cevennen, aus denen ihre Vorfahren stammen, für lange Zeit einen durchaus zweifelhaften Ruf. Hausierer, Gastwirte, armes Gesindel waren sie und die Männer immer hinter den Weibern her, die sie dann ins Unglück stürzten. Der Vater jedenfalls kam nie wieder, aber die Schwestern Chanel lernten bei den Nonnen nähen und zeigten sich dabei sehr begabt. Erwachsen geworden und auf eigene Füße gestellt, sollten sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen. So sehen wir im Verlauf des Films die junge Gabrielle, verkörpert von der aparten Audrey Tautou, auf eigenen bescheidenen Füßen stehend, tagsüber still über den Stoff gebeugt nähend und abends vor Publikum singend, ein bescheidenes Talent in bescheidenen Etablissements, in denen der Unterschied zwischen Künstlerinnen und Kurtisanen verwischt. Das Singen ist eine Sackgasse für Gabrielle, bringt ihr jedoch den Rufnamen "Coco" ein, dessen Anfangsbuchstabe verschlungen mit dem C in ihrem Nachnamen zu einem exklusiven Markenzeichen avancieren wird, das bis heute sein hohes Niveau halten kann. Außerdem führte ihr Tingeltangel zu der für ihre Zukunft so bedeutsamen Bekanntschaft mit dem reichen Bonvivant Étienne Balsam (Benoît Poelvoorde), der auf seinem Landsitz Pferde züchtet und einen für Seinesgleichen zu jener Zeit nicht unüblichen dekadenten Lebensstil pflegt. Als Pferdenarr ist er fasziniert von Cocos stiller Unbezähmtheit und ihrem unbeugsamen Stolz; zögernd öffnet er ihr die Tür zur mondänen Welt der reichen Müßiggänger und schönen Mätressen. Auch ihre "Schwester" Adrienne (Marie Gillain), die im wirklichen Leben ihre fast gleichaltrige Tante war, ist in dieser Welt gefangen. Schon bald fällt Coco durch außergewöhnliche Kleidung und ihrem rebellischen Geist auf, ein dünnes, junges Nichts, introvertiert und schlagfertig zugleich. Durchaus verwirrend, jedoch alles andere als verwirrt, streift sie durch die weitläufigen Räume von Royallieu, ebenfalls ein ehemaliges Kloster, und durch die Belle Époque, die mit Beginn des 1.Weltkriegs endgültig untergehen wird. Aber noch sehen die Frauen der Gesellschaft wie aufgezäumte, gerüschte, gefederte, gefältelte, vom Korsett in Form gehaltene pastellfarbene Karikaturen ihrer selbst aus. Besonders die Hüte sind monströse Ungetüme. "Immer wegnehmen, immer weniger, nie etwas hinzufügen... Die einzige Schönheit ist die Freiheit der Körper..." murmelt Coco vor sich hin, für immer geprägt von der Schönheit klösterlicher Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Strenge. Schwarz und weiß, jedoch in erster Linie immer wieder schwarz. Aber noch sind die Damen von Welt und Halbwelt nicht bereit für ihre radikalen Ideen, allenfalls den einen oder anderen Hut darf sie neu gestalten oder Verkleidungen entwerfen. Ihre Unzufriedenheit mit ihrem oberflächlichen Leben und unsicherem Status ist groß, als ein Mann in ihr Leben tritt, der als erster, (einziger?) ihr Herz erobert. Der englische Selfmademan Arthur "Boy" Capel (Alessandro Nivola), ebenfalls von zweifelhafter Herkunft, ist wesensverwandt und wird ihr, außergewöhnliches Talent und Durchsetzungsvermögen erkennend, den Weg in die berufliche Unabhängigkeit ebnen. Er wird ihr aber auch bewusst und unverschuldet gleichermaßen viel Leid zufügen und das emotionale Fundament für Coco Chanels Haltung legen, dass nichts und niemand ihre Arbeit, die an erster Stelle zu stehen hat und finanzielle Unabhängigkeit bedeutet, gefährden darf. Davon ist sie im Großen und Ganzen nie abgewichen. Coco Chanel blieb Zeit ihres Lebens kinderlos und unverheiratet. In diesem Film jedoch darf sie, noch ganz am Anfang eines außergewöhnlichen Lebens und einer großen Karriere stehend, elegant wie ein schwarzer Schwan, zuversichtlich im Bewusstsein ihrer Jugend und im Taumel der erster Liebe am Arm von Boy Capel durchs Kasino schweben und zum Finale im klassischen Chanelkostüm das Defilee der Mannequins in ihren Kreationen genießen.

Dieser Film gehört trotz seines biografischen Charakters zum Genre Drama, die unglücklich endende Liebesgeschichte zwischen Coco Chanel und Boy Capel steht im Mittelpunkt. Getragen wird er, vorhersehbar, von der nahezu ständig präsenten Audrey Tautou, eine durchaus glückliche Besetzung, wenn auch die Schärfe, das Kantige, beides Züge, die auch im schönen Äußeren der jungen Chanel bereits zu finden waren, in diesem hübschen Gesicht nicht vorhanden sind. Auch die anderen Rollen sind attraktiv besetzt, die vielfältigen Kulissen aufwendig und stimmig. Das ländliche Royallieu mit seinen Pferden und nicht etwa Paris ist der dominierende Schauplatz des Films. Und es ist Chanel, und nur Chanel, die für eine Art Happyend sorgt. Ein passender Schlussakkord für einen Film über eine kurze Zeitspanne im Leben von Coco Chanel, der durch ihr restliches, sehr außergewöhnliches Leben hallen sollte. Ein vielschichtiges Leben, das trotz Glamour und Weltläufigkeit letztendlich ein einsames war und das Stoff für viele weitere Filme bereithält. Fast alle wären Dramen.

Helga Kurz
15. September 2009

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Zu wenig Coco Chanel, 16. Oktober 2009
Der Film beschreibt in 105 Minuten das Leben der Coco Chanel, bzw. hauptsächlich eine handvoll Jahre. Die Kindheit wird gestreift, man erfährt vom Leben im Waisenhaus (im wirklichen Leben waren es Tanten) und dem immer wieder enttäuschten Warten auf den Vater. Kurz darauf sind wir in den Jahren, die ausführlich ausgebreitet werden und den Großteil des Filmes in Beschlag nehmen. Coco und ihre Schwester beginnen als Sängerinnen in einem Club, lernen beide Männer kennen, die ihnen eine Chance bieten aus der kleinen Welt heraus zu gelangen. Schon hier wird der starke Drang nach Unabhängigkeit bei Coco deutlich. Sie ziehen beide in die Nähe von Paris und nun geht es stimmungsvoll um Liebe, Unabhängigkeit, Cocos Kontakte in die "Feine Gesellschaft". Erst zum Schluss gibt es fünfzehn Minuten für ihr Leben als Modedesignerin.
Zwar wird im Film immer wieder gezeigt, dass Coco einen eigenen Blick auf Mode hat, doch muss sich dies der Geschichte im Umfeld unterordnen. Ich hätte gerne mehr über Coco Chanel als Modeikone erfahren. Dieser Tel ihres Lebens wird schlimm vernachlässigt. Somit bleibt es die (immer noch wunderbar erzählte) Geschichte irgendeiner jungen Frau.
Das Hauptproblem dieses Filmes ist der schweigsame Charakter der Chanel. Man kann sich gut in die anderen Charaktäre einfühlen, weil sie sich mitteilen; bei Coco Chanel muss man oft raten, was sie innerlich durchlebt, da sie viel schaut, zuhört und denkt, doch nur ein Bruchteil davon ans Licht kommt. So wird Coco Chanel zu einer Nebenfigur im Film über ihr eigenes Leben.
Auf jeden Fall sehenswert, obwohl zuwenig Coco Chanel.
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23 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Wie eine verblassende Sepia-Fotografie..., 28. September 2009
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Es ist ein schwieriges Leben, dass die junge Gabrielle mit ihrer Schwester zu Beginn des 20. Jahrhunderts führt. Sie ist sehr hübsch, kann gut nähen, aber eigentlich verdient sie ihr Geld im Tingeltangel in der Provinz. Dabei hofft sie darauf, entdeckt und gefördert zu werden. Diese Hoffnung erfüllt sich, doch den Weg, den die junge Coco dann geht, ist letztlich ganz anders, als sie sich anfangs in ihren Jungmädchenfantasien ausdachte. Entsetzt vom Modediktat ihrer Zeit, den Stoffwolken und Krinolinen, geht sie modisch ganz neue Wege.
Ihre Garderobe - mit denen sie bei den Bällen und Tagesvergnügungen der besseren Gesellschaft schnell auffällt - bestechen durch gewagte Reduktion.
Der Film endet schließlich dort, wo die Legende Coco Chanel beginnt:
Bei ihrer ersten Haute Couture-Schau in Paris.

Was mir gefallen hat: Dieser Kinofilm besticht durch wunderbare Bilder. Die immer wieder in Großaufnahme sichtbare Audrey Tautou verkörpert die Entwicklung zur Modeikone auf sehr unspektakuläre Art und Weise. Sie strahlt Beharrlichkeit und Unabhängigkeit aus und den Willen, ihre Träume von einer selbstbestimmten Zukunft zu verwirklichen. Das gilt für ihre Liebesbeziehungen und vor allem für ihre berufliche Entwicklung.
Zudem wirken die herrlichen Landschafts- und Sujetaufnahmen auf den Zuschauer ein.

Und doch hat mich dieser Film enttäuscht.
Er wirkt weitgehend blutarm und die Dialoge machen einen gedrechselten Eindruck. Wenn die Kamera durch die weitläufigen Landhäuser fährt oder sich verfärbende Herbstwälder zeigt, ist das zwar durchaus wohltuend für das Auge, aber es bereitet zuweilen auch eine gewisse Langeweile und Leere.
Bei den faszinierenden biographischen Details hätte ich mir einen facetten-reicheren, anderen Film gewünscht als ein bloßes Schwelgen in Stimmungen und Bildern.

In der letzten Zeit gab es einige biographischen Adaptionen im Kino zu sehen und viele bilden auch nur einen Ausschnitt aus dem Leben ab. Das ist bei Coco Chanel ebenfalls so, allerdings meines Erachtens nur unzureichend gelungen.
Ein wenig erinnerte mich dieser Film an eine verblassende Sepia-Aufnahme.
Vieles bleibt im Ungefähren, man ahnt die Absicht und Schönheit aber man kann "es" nicht fassen, es bleibt konturlos - eigentlich schade!
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