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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eleganter Thriller,
Von
Rezension bezieht sich auf: Cobra: Roman (Gebundene Ausgabe)
Seit Jahrzehnten beliefern die Kartelle Kolumbiens vor allem die Vereinigten Staaten, letztendlich aber die ganze Welt mit Drogen, vornehmlich Kokain.Frederick Forsyth nutzt diese Tatsache zur Entfaltung seines neuesten Buches. Forsyth, der nicht nur Alt-, sondern vor allem auch Großmeister des politischen Thrillers ist und war, schwingt sich im Verlauf der knapp 400 Seiten zu gewohnt hoher Qualität auf. So realistisch, als wäre es eine Dokumentation, kreiert er sei Szenario. Die alten Kartelle haben sich mehr und ehr aufgelöst und zersplittert, werden jedoch in Kolumbien von dem charismatischen, skrupellosen und grausamen Don Diego zu einem neuen Kartell zusammengeführt, dass größer ist und professioneller arbeitet als je ein Kartell zuvor. Don Diego aber hat die Rechnung zunächst ohne den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gemacht und, vor allem, ohne "Cobra", Paul Deveraux. Als die Präsidentengattin erführt, dass der Enkel einer ihrer Angestellten durch Drogen zu Tode kam, nimmt der Präsident den Kampf gegen das Kartell persönlich in die Hand. Deveraux, aus der CIA aufgrund allzu großer Härte gegen jedweden Gegner entlassen, wird seine ausführende Hand. Nachdem klar ist, wie hoch die Summen wirklich sind, die das Kartell durch den Umschlag von Drogen jährlich einstreicht und nachdem Deveraux sich einen Überblick verschafft und einen Plan entworfen hat, schreitet er mit Rückendeckung des Präsidenten zur Tat und dies, zunächst, mit großem Erfolg. Bis dahin bietet Forsyth eine genaue Charakterisierung seiner handelnden Personen, auch wenn, wie bei ihm üblich, die Fronten zwischen Gut und Böse klar und eindeutig verlaufen, so finden sich auch in "Cobra" keineswegs eindimensionale Protagonisten. Ein vollständiger Held a la "James Bond", dass ist Forsyths Sache nie gewesen. Brüche, unsympathische Charaktereigenschaften, Unbeherrschtheiten, die Figuren von Forsyth sind, ebenso wie seine Szenarien, immer nah an der Realität. Gerade dies macht den besonderen Reiz auch dieses Buches aus. Dass es genauso sein könnte und dass die Bedrohung durch die zunehmende Überschwemmung der Welt mit Drogen absolut real im Raume steht. Ebenso versteht es Forsyth immer noch, Spannung und Action greifbar in den Raum zu stellen, denn natürlich funktioniert der Plan, nach großen Anfangserfolgen gegen das Kartell, nicht einfach so und reibungslos, Gefahren ziehen am Horizont auf und Deveraux gerät mehr und mehr in eine lebensbedrohliche Situation, die bis zum Finale des Buches für gleichbleibend hohe Spannung sorgt (und für eine faustdicke Überraschung am Ende der Geschichte). Beste Unterhaltung ist mit diesem ungemein realistisch wirkenden Szenario samt seiner überzeugenden Figuren und unverhofften Wendungen garantiert. Kommentar Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Eher eine Luftschlange,
Rezension bezieht sich auf: Cobra: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe die Romane von Frederick Forsyth früher wirklich geliebt - meinen ersten Kontakt mit dem modernen Thriller-Genre habe ich als Kind während eines Urlaubs an der Nordsee mit seinem Buch "Des Teufels Alternative" gemacht. Ich kann mich noch erinnern, daß das Wetter fast immer sonnig, kalt und sehr windig war und der Urlaub eigentlich nur zwei Highlights hatte: Am Strand einen Lenkdrachen steigen zu lassen und eben in der Ferienwohnung dieses Buch zu lesen. Als Kind ist die Welt halt noch einfach.Seit damals habe ich von ihm noch ein paar andere Bücher verschlungen, Highlights waren "Das vierte Protokoll" und "Die Faust Gottes". Keiner von ihnen hat mich enttäuscht, die Technik stand nie so im Vordergrund wie bei z.B. Tom Clancy, die Charaktere wirkten nie eindimensional oder stereotypisch und die Handlung blieb stets spannend. Und dann kam irgendwann "Der Rächer" - und meiner Meinung nach ging es seitdem bergab mit seinen Geschichten. Man könnte also sagen, daß ich mir sein neuestes Werk "Cobra" wider besseres Wissen zugelegt habe und um es gleich vorweg zu nehmen - ich wurde wirklich enttäuscht. Die Handlung des Romans lässt sich relativ schnell beschreiben: Die USA beschließen, den Kokainhandel auszumerzen und tun dies weitab jeden rechtsstaatlichen Vorgehens. Und jetzt, wo ich darüber schreibe, fällt mir auf, daß dieses Buch eigentlich wirklich nur Schwächen hat. Es fängt damit an, daß der Grund, aus dem die USA auf diesen Kreuzzug ziehen, nicht unrealistischer sein könnte: Der einzige Enkel einer Angestellten im Weißen Haus stirbt an einer Überdosis Kokain, woraufhin selbige bei einem Staatsbanket - zu Ehren der Veteranen des Golf- und Afgahnistankrieges, wer hätte das erwartet - weinend zusammenbricht. Die First Lady kriegt daraufhin ein schlechtes Gewissen und der Präsident beschließt nach einer schlaflosen Nacht, den Kokainhandel auszumerzen, koste es, was es wolle. Selbst in den Büchern, die Tom Clancy mit fünf Co-Autoren verfasst hat ist der Aufhänger für die Geschichte realistischer. Was folgt ist eine endlose, öde Aneinanderreihung von Szenen aus zwei Handlungssträngen: Auf der einen Seite bekommen wir gefühlte drölftausend Mal zu sehen, wie das kolumbianische Drogenkartell seine Ladung in die USA und nach Europa schmuggelt. Forsyth stellt in diesen Szenen die Technik (Rennboote, kleine Propllermaschinen mit Zusatzstanks etc.) in den Vordergrund und schafft es nichtmal ansatzweise, einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Kokainschmuggler bleiben farb- und emotionslose Zombies und das, obwohl sich der Stoff hervorragend anböte, die Spannung, den Nervenkitzel und die Angst zu beschreiben, die die Kriminellen bei ihrem illegalen Tun doch eigentlich verspüren müssten. In den späteren Kapiteln des Buchs weichen die Schmuggelszenen nach und nach ebenso farblosen Beschreibungen von Gemetzeln, die der aufblühende Bandenkrieg (das Kokain wird knapp) nach sich zieht. Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit dem Aufbau einer geheimen Organisation außerhalb der Befehlskette, welche anscheinend nicht an die Genfer Konventionen, das Seerecht, internationale Verträge oder ähnliches gebunden zu sein scheint. Auch hier reihen sich wieder diverse einzelne Szenen aneinander, es begegnet uns eine Vielzahl von Charakteren, doch keiner davon wird mit Emotionen, Charakter oder einer interessanten oder wenigstens glaubwürdigen Hintergrundgeschichte versehen. Unter dem Mantel von Geheimhaltung präsentiert Forsyth uns schnell wechselnde Schauplätze, garniert mit zu vielen technischen Details und schafft es erst kurz vor Ende des Buches, dem Leser klarzumachen, was die ganzen anscheinend zusammenhanglosen Vorbereitungen miteinander zu tun haben. Doch während andere Autoren es schaffen, diese Erzählweise als Stilmittel zu verwenden und das ganze in eine spannende Gschichte zuverpacken, wünscht man sich bei "'Cobra'" eigentlich nur, daß endlich mal etwas passiert oder man einen roten Faden findet. In dem Buch begegnet uns relativ früh ein alter Bekannter aus einem anderen Roman - aber da wir dessen, zugegebenermaßen faszinierende, Lebensgeschichte bereits kennen, bleibt auch er farblos - doch diese vertane Chance fällt angesichts der anderen handwerklichen und erzählerischen Schwächen in keinster Weise auf. Ich habe für die Kindle-Version des Buchs zwei Tage gebraucht und war wirklich froh, als es endlich vorbei war. Und so bleibt "Cobra" leider eine Luftnummer, oder als Wortspiel auf den Buchtitel: Eine Luftschlange. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mal was anderes von Forsyth - durchaus lohnend,
Rezension bezieht sich auf: Cobra: Roman (Gebundene Ausgabe)
Frederick Forsyth überzeugt mal wieder. Es ist zwar vom Erzählbogen nicht ganz so spannend wie "Der Rächer" oder "Das schwarze Manifest", aber -typisch Forsyth- das hat seinen Grund.Die USA nehmen den Krieg gegen die Drogenkartelle auf, allerdings ohne die üblichen politisch-korrekten Handschuhe. Das Ergebnis ist ebenso überraschend.Der grosse Klammer ist ebenso gegeben. Es werden ebenso mal wieder Charaktere einer zweiten Verwendung zugeführt, was aber nicht tragisch ist, wenn man wie Forsyth in seinem Erzählrepertoire bereits genügend erzeugt hat. Der dadurch gesparte Platz wird der Erklärung zu den eingesetzten Mitteln gelassen. Es wird hier in anderen Rezensionen gemäkelt, dass Forsyth in diesem Roman zu viel Technik erklären würde. Wer sich als Leser daran stört, sollte besser bei ahnungsloser Fast-Science-Fiction, wie z.B. Schätzing bleiben. Wer Forsyth liest mit dem Wissen, dass seine Charaktere planen und entscheiden müssen und meistens verdeckt operieren, wird die technischen Beschreibungen als das akeptieren, was sie sind: Entscheidungsbegründungen. Das Buch ist tatsächlich ein wenig anders aufgebaut wie ähnliche Forsyth-Romane, der zeitliche Ablauf bekommt eine Streckung. Aber genau diese Technik ist notwendig, das Ergebnis zu erklären. Aus meiner Sicht ein lohnendes Buch, das die übliche Aufregung über Islamisten-Terror und sonstige Gefahren wieder auf ein sehr altes, immer noch ungelöstes Problem lenkt. Forsyths Schlussfolgerungen dazu sind ebenso überraschend und dramatisch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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