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Maren Fischer-Epe führt klar und kompetent in die Psychologie des Lernens ein. Sie erklärt, warum sich die Nervenzellen so verknüpfen, dass wir unsere Gewohnheiten kaum wieder loswerden. Aber sie zeigt auch, wie es gelingen kann, neue neuronale Netzwerke zu anzulegen, einerseits durch die Macht der Gedanken, andererseits durch die Macht des Handelns. Dabei macht sie deutlich, wie ein Coach die individuelle Motivationsbiographie seines Klienten z.B. durch Schreib- und Malübungen erkennen und bei der Zielerreichung nutzen kann.
Das Coaching läuft in vier Phasen ab: Der Coach baut erst den Kontakt zum Klienten auf, klärt die Situation und die Ziele. Dann werden gemeinsam Lösungen ausgearbeitet und deren Praxistransfer wird gesichert, etwa durch Fragen wie "Wollen Sie wirklich?", "Was sind die möglichen Hindernisse" oder "Wie kann ich Sie beim Überwinden dieser Hindernisse unterstützen"?
Die Autorin öffnet schließlich den "Werkzeugskoffer" des Coachs und beschreibt die einzelnen Methoden, unter anderem das "innere Team" (ein Modell von Schulz von Thun!), das Aufzeigen von Teufelskreisen, diverse Fragetypen, das Arbeiten mit Bildern, das tabellarische Strukturieren von Inhalten, das aktive Zuhören und das Stellungnehmen.
Dieses Buch mag für Coachs gedacht sein, aber auch mir als Führungskraft hat es wertvolle Erkenntnisse verschafft. Erstens im Hinblick auf das Führen meiner Mitarbeiter. Zweitens im Hinblick auf die Methoden meines eigenen Coachs.
Als Ergänzungslektüre kann ich die Werke des vermeintlichen Co-Autors empfehlen: "Miteinander reden", Band I bis III, von Friedemann Schulz von Thun.
Das Buch ist voll von Methoden, Erklärungsmodellen und konkreten Formulierungsvorschlägen. Alle werden auf ihre praktischen Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen geprüft. Wo es hilfreich ist, sind kurze theoretische Exkurse eingeschoben, leicht verständlich und ohne belehrend zu wirken. Ergänzt wird des Ganze durch die Darstellung des Ablaufs eines Coaching-Prozesses. Alles zusammengenommen ergibt ein Nachschlagewerk, dass ich sicherlich immer wieder zur Hand nehmen werde.
Dennoch steht das Besondere zwischen den Zeilen, erschließt sich aus der Art wie die Autorin ihre Leser anspricht und einbezieht. Sie beherzigt beim Schreiben, was sie als Einstellung von einem Coach erwartet. Der Klient wird als selbständige, entscheidungsfähige Persönlichkeit wahrgenommen, der Austausch findet als Gespräch unter Experten statt, der Coach ist keine "objektive" Instanz, sondern gibt sich als Mensch mit persönlichen Normen, Werten und Erfahrungen zu erkennen. Genauso hält es die Autorin, sie gibt sich zu erkennen, offenbart ihren persönlichen Erfahrungshintergrund und nimmt Stellung. Sie schreibt in der Ich-Form, was für ein Fachbuch bemerkenswert ist. Außerdem nimmt sie ihre Leser ernst und überläßt ihnen die Entscheidung über den adäquaten Einsatz der umfangreichen Toolbox. Rezeptartige Ratschläge sucht man vergebens. Es wird deutlich, keine Coaching-Situation ist wie die andere, keine Vorgehensweise kann stets den Erfolg garantieren. Diese Erkenntnis wird mit viel professioneller Gelassenheit vorgebracht und räumt mit der Erwartung auf, ein guter Coach müßte jede Phase unter Kontrolle haben. Überhaupt befreit die Autorin das Thema Coaching aus dem ?Nebel diffuser Heilserwartungen". Bei ihr begreift man ganz praktisch, was Coaching ist, was es bringt und auch, wo die Grenzen liegen.
Der vorliegende Text ist nicht nur allen zu empfehlen, die sich fundiert mit Coaching beschäftigen wollen, sondern auch denen, die den Begriff bisher sorglos und undifferenziert benutzt haben. Bei der Lektüre wird deutlich, ein gutes Coaching verdient Respekt.
Petra Jathe-Brüß (Organisations- und Personalentwicklerin)
Das Besondere aus meiner Sicht: die Erklärungsmodelle, Beratungsmethoden und Interventionsstrategien passen zusammen, sie sind wie aus einem Guss, auch wenn sie ursprünglich verschiedenen Denkrichtungen entstammen. Daran wird erkennbar, dass dem sehr praxisorientiert gestalteten Buch eine tiefe theoretische Basis unterliegt. Das fundierte theoretische Wissen der Autorin blitzt immer wieder auf, ohne dass sie sich in wissenschaftlichen Exkursen verliert. Ich habe beim Lesen besonders geschätzt, dass auch komplexe psychologische Themen über Krisen, Persönlichkeit, Identität und Rollen auf eine souverän einfache und nachvollziehbare Weise dargestellt werden, ohne dabei an Tiefe einzubüßen. Gleichzeitig hat mich die beständige Reflexion von Coaching in Hinblick auf die Unternehmenswirklichkeit überzeugt.
Für wen ist das Buch geeignet? M.E. sowohl für den Einsteiger, der sich einen ersten Überblick verschafft als auch für den erfahrenen Coach, der beim Lesen unwillkürlich die eigene Beratungspraxis überprüft und eigenes Vorgehen hinterfragt und neu sortiert. Für mich ist es das erste lesbare Grundlagenwerk über Coaching, das ich in Händen hatte. Es ist bestens für Ausbildungszwecke geeignet.
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