Das Buch ist durch die verschiedenen Kapitel modular lesbar, d.h. anhand der Kapitel wählt der Leser aus, was für ihn relevant erscheint. Sehr bemerkenswert fand ich die Kapitel von Frank Strikker (Coaching zwischen Populismus und Professionalität), Heidrun Strikker (Coaching zwischen Erfolgsdruck, Expertise und Effizienz), Eckard König (Systemisches Coaching) und Böning (Manager und Business-Coaching). Die dort dargestellten theoretischen und pragmatischen Modelle sind für die Coachingpraxis sehr gut geeignet und liefern auch einen fundierten und verständlichen Hintergrund.
Nicht zufrieden war ich mit Berechnungsmassnahmen für Coaching (Body, Mind, Heart & Soul), weil wir die Bildungscontrolling-Debatte denke ich genügend gekaut haben. Ein gutes Fragebogen-Tool zur Auswertung von Coachingmassnahmen finde ich bei artop (Humboldt-Uni Berlin). Das virtuelle Selbstcoaching (Harald Geißler, Maren Helm, Annette Nolze) ist ein interessanter Ansatz, der allerdings eher in die Richtung Schreibtherapie m.E. einzustufen ist. Die theoretischen Vorarbeiten zum Konzept sind wie üblich sehr fundiert, die Praxis des Tools überzeugt nicht jeden. Das Kapitel Coaching und Moderation hat mich wenig angesprochen, da es um zwei altbekannte Methoden geht, die man zwar miteinander vergleichen kann, aber dieses allgemein bekannte Wissen wohl eher ein Lückenfüller zum Schluss sein könnte.
Das Kapitel über Qualität von Ausbildungen (Christopher Rauen) ist fundiert, spricht mich als Praktiker aber wenig an. Stefan Kühl (Person, Beratung, Organisation) analysiert treffsicher, liefert für mich allerdings nur einen Grundsatzartikel, der bereits breit bekannt ist. Karsten Trebesch (Coaching im Change Management) war für mich ebenfalls bekannt.
Insgesamt ergibt sich m.E. ein Mix aus innovativen, lehrreichen Kapiteln, nichts wirklich neues bietenden Standard-Artikeln und sehr fachspezifischen Qualitätsdiskussionen. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch zur aktuellen Lage.