Es gibt Bücher, die sind einfach zeitlos schön zu lesen. "Der Club der klugen Kinder" gehört dazu. Die Stimmung des Buches ist wie ein Musikstück, das man gern öfter hören möchte. Der Klappentext des Verlaages trifft die Geschichte nur bedingt. Zwar geht es um die Endrunde einer Quizmeisterschaft für Schulen, doch mehr noch geht es um die Geschichte(n) der vier Kinder, die in einem Team sind. Die Souls, wie sie sich selbst nennen, haben eine Weile gebraucht, um sich gegenseitig zu finden. Zuerst ist da Noah, der die Ferien bei seinen Großeltern im Century Village, einer Art "Themenpark für alte Leute" verbracht hat. Dort hat er neben einigen anderen außergewöhnlichen Dingen als Trauzeuge einer Seniorenhochzeit gedient. Damit ist die Überleitung zu Nadia geschafft. Sie ist die Enkelin des Bräutigams. Ihre Eltern sind geschieden und Nadie verbringt einen Teil ihrer Ferien bei ihrem Vater und damit auch bei ihrem Großvater und seiner neuen Frau, die sich mit dem Retten von Schildkröteneiern beschäftigen. Nadia ist wenig angetan von ihrer neuen "Großmutter", doch noch anstrengender findet sie Ethan. Auch er kommt aus ihrem Heimatort Epiphany, doch bisher hatte sie nie mit ihm zu tun. Nun muss sie feststellen, dass er der Enkel der neuen Frau ihres Großvaters ist und zudem noch jede Menge von ihr weiß. Das nervt sie gehörig! Mit der neuen Situation muss sie sich erst einmal anfreunden. Doch in diesem Sommer erfährt sie, dass es im Leben immer wieder Zeiten gibt, in denen es wichtig ist, von jemandem ein Stück begleitet zu werden.
Ethan ist es auch, dem Julian als ersten auffällt. Er ist schwarz, er trägt kurze Hosen und Kniestrümpfe und spricht mit einem für amerikanische Ohren leicht arrogant klingenden britischen Akzent. Julian ist wie dazu geboren zum Außenseiter zu werden. Doch es kommt anders: Ethan findet eine außergewöhnliche Einladung zu einer Teeparty in einem Buch - und plötzlich sind die "Souls" geboren. Dass sie an der Quizmeisterschaft teilnehmen werden, steht außer Frage. Und zwar als Mitglieder der von der querschnittgelähmten Lehrerin Mrs. Olinski ausgewählten Schulmannschaft. Mrs. Olinski wird ohne davon zu wissen das Projekt der "Souls" - und die "Souls" werden Mrs. Olinskis Projekt. Und dann gibt es noch die Jungen, die es verhindern wollen, dass Mrs. Olinski wieder auf eigenen Füßen stehen lernt, die es Nadia neiden, dass ihr Hund bei der Musicalaufführung genommen wird. Aber in diesem Buch gibt es so viele Beziehungen von Menschen untereinander, dass niemand Angst haben muss, unter die Räder zu kommen. Darum nimmt es auch nicht Wunder, dass die "Souls" Antworten auf all die schwierigen Fragen in der entscheidenden Runde haben: Die richtigen Antworten sind in ihren gemeinsamen Geschichten versteckt.