Ich lese immer am liebsten die 1-Sterne-Rezensionen, besonders bei einem Album wie "Club Tropicana", das ganz offenbar auch das Interesse solcher Leute weckt, die von vornherein wissen, dass es nichts für sie ist. Ziehe ich mir Freejazz oder Heavy Metal rein? Nein, weil es mich nicht interessiert. Und dann der Standartspruch: Damit verdient Bohlen auch noch Geld, dieser Abzocker. Mich stört dessen Reichtum gar nicht und dass MM auch was verdient, ist mir ziemlich schnuppe. Schon beim Titel ist klar, dass hier nichts anderes als Sommerurlaubsmusik geboten wird, so schön für das breite Bacardi-Feeling. Und mehr Anspruch stelle ich an ein Produkt von Dieter und Mark nicht. Wenn ich hochwertige Texte und Melodien suche, schau ich mich woanders um. Die Songs dieses Albums sind allesamt recht einfach konzipiert, aber sie gehen, wohl gerade deshalb, direkt in die Gehörgänge und rufen dem Gehirn zu: Party, Alter, lass Dich mal gehen! Der erste Teil besteht aus Tropical-Summer-Nummern, der zweite aus langsamen Schmusesongs für die späte Party. Solch ein Album geht halt nur im Sommer, für den Winter sind dann wieder andere Künstler und Produzenten dran. Vielleicht auch irgendwann mal Mark Medlock, wenn er genug Geld und Erfahrungen hat, seine eigenen Wege zu gehen. Fest steht doch, dass er, hätte er nicht mit Dieter Bohlen gearbeitet, den Weg aller anderen Superstars ins Abseits gegangen wäre. Ich gönne ihm den Erfolg und mir, mich der guten Laune hinzugeben. So einfach ist das.