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48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hochkarätiges, hintergründiges Lesevergnügen, 9. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Club Dumas (Taschenbuch)
Lucas Corso lebt davon, daß er für Buchhändler seltene Ausgaben "auftreibt" oder Kunden für besondere antiquarische Kostbarkeiten vermittelt. Er erhält von verschiedener Seite zwei Aufträge: Er soll prüfen, ob die Handschrift eines Kapitels aus dem Roman "Die drei Musketiere" authentisch ist, außerdem soll er feststellen, ob ein bestimmtes okkultes Buch "Die neun Pforten ins Reich der Schatten" ein Original ist. Vom letzteren Buch existieren noch drei Exemplare, die er zu diesem Zweck besichtigen und - wenn eines davon das Original sein sollte - an sich bringen soll. Schon zu Beginn seiner Reise gesellen sich ihm zwielichtige, undurchschaubare Gefährten zu: die "Studentin" Irene Adler und ein sinistrer, durch eine Narbe entstellter Mann. Die Nachforschungen selbst sind relativ einfach, doch schon bald wird dem "Bücherjäger" klar, daß sich hinter den Aufträgen seltsame, vielleicht dämonische Geheimnisse verbergen, denn er wird in einen völlig unübersichtlichen Strudel aus geschichtlichen Tatsachen, kriminellen Machenschaften und okkulten Wissenschaften hineingezogen. Schließlich geht es ihm nur noch darum, mit heiler Haut aus diesem Hexenkessel zu entkommen... In völlig neuer Art gelingt dem Autor das Kunststück, bekannte Geschichten berühmter Autoren zu "kreuzen". Die zahlreichen Zitate auf Handlungsgeschehen und -stränge berühmter Werke der Weltliteratur sind so geschickt verflochten, daß sich aus vielem Bekannten ein ganz Neues ergibt. Dabei sind die Zitate und Hinweise so verarbeitet, daß sie die Kenntnis der Ursprungswerke nicht voraussetzen. Als "Buch über Bücher" ist das Werk nicht belehrend, sondern unterhaltend - und will auch genau das sein. Der Film "Die neun Pforten" von Polanski nimmt übrigens nur einen kleinen Teil der Handlung auf und weicht besonders zum Ende hin vom Buch stark ab. Der Film verrät also über den "Clou" des Buches nichts, ist also kein "spoiler".
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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die europäische Variante zu Dan Brown, 17. Juli 2005
Wer in seiner Jugend Dumas' Musketiertrilogie verschlang und sich auch keine der zahlreichen Verfilmungen entgehen ließ, wird diesen intelligent aufgebauten Literaturkrimi richtig genießen. Zumal der Autor auch andere Fixsterne der Abenteuerliteratur, des Mantel- und Degen Genres und des klassischen Kriminalromans wie Moby Dick und Sherlock Holmes zu Wort kommen läßt. Ein brillantes Feuerwerk, angesiedelt zwischen Umberto Eco, Luigi Malerba und Fruttero & Luccentini voll Ironie bis hin zur Parodie. Ein Lesegenuß, dem Polanskis Film nur einen Handlungsstrang entnahm und damit der Vielfalt des Romans nicht gerecht wird. Der Bücherjäger Lucas Corso arbeitet wie ein Philip Marlowe an zwei Aufträgen: Recherche über ein Manuskript Dumas' und Nachforschungen über die Authenzität der "Neun Pforten ins Reich der Schatten" des venezianischen Buchdruckers Aristide Torchia, der 1666 (sic!) auf dem Campo dei fiori verbrannt wurde. Der Leibhaftige selbst soll die Anleitung zu den 9 Holzschnitten geliefert haben, die - richtig angewandt - sein Erscheinen ermöglichen. Kunstvoll und manieristisch verwoben zieht die Handlung den Leser, der sich darauf einläßt, in Bann. Ein ultimatives Lesevergnügen voll Spannung und Amusement mit Augenzwinkern, Witz und Leichtigkeit und in ansprechender Übersetzung. Ein Roman als Spiel, ein Spiel als Roman. Perez Reverte arbeitet mit allen Tricks und läßt, zum Teufel, wirklich nichts - auch keine Klischees - aus. Ein fein gestickter ekklektizistischer Goblin zwischen Toledo, Sintra und Paris.
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Teufelsspuk vs. Die drei Musketiere!, 5. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Club Dumas (Taschenbuch)
Perez-Reverte schafft das schier Unmögliche, nämlich literarischen Krimi, Satire, unheimlichen Roman, Drama und Thriller unter einen Hut zu bekommen. Und das alles mit einer Hauptfigur, die noch nicht einmal besonders sympathisch ist, sondern äußerst menschenscheu, der Arbeit verhaftet, kalt, hartnäckig, lieblos und geldorientiert. Um so haltloser schlittert Corso in einen verrückten Fall, denn die Ereignisse aus Dumas Klassiker scheinen sich in seiner Gegenwart spiegelbildlich zu wiederholen. Die übernatürlichen Elemente sind dabei eher nebensächlich, viel raffinierter und ausgefeilter erscheint das literarische Rätselspiel, welches auf neun Stichen in den Büchern berut. Als wunderbarer Gegenpart zu Corso erscheint dabei die mysteriöse Figur eines Mädchens, das sowohl Engel als auch Teufel sein könnte. Der Dumas-Fall dagegen lockert in seiner Bizarrheit den Fall immer wieder auf. Das Buch ist sehr dicht und dennoch unkompliziert geschrieben, ein Fest für alle, die gern im Mysteriösen schürfen und neben spannender Unterhaltung auch Anspruch mitgeliefert bekommen möchten. Ein Leckerbissen ungewöhnlicher Unterhaltung, in allen und keinem Genre zuhause und daher so rar.
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