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Produktinformation
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Der Club der Cäsaren, der in Deutschland leider nicht im Kino zu sehen war, ist ein kleines, aber hochfeines Drama über einen Lehrer, der seinen Beruf als Berufung lebt und in Konflikt mit seinen eigenen Prinzipien gerät. Michael Hoffmans (Ein Sommernachtstraum) Inszenierung ist ein wenig konventionell, vor allem was den Aufbau der Erzählstruktur angeht: Die Haupthandlung des Films entfaltet sich als klassische Rückblende. Aber es sind die exzellent gespielten und bis in die Nebenrollen hinein besetzten Figuren und ihre fein nuancierte psychologische Tiefe, nicht so sehr die Handlung, die den Film zu einem sehenswerten menschlichen Porträt machen. Der Film basiert auf Ethan Canins Roman The Palace Thief. --Birgit Schwenger
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Vergleiche mit dem Club der toten Dichter sind aus meiner Sicht unfair, da beide Filme zwar das "Commitment" eines Lehrers gemeinsam haben (Oscar-Preisträger Kevin Kline steht Robin Williams im übrigen in nichts nach, gibt eine grandiose Performance ab und gehört zweifelsohne zu den besten amerikanischen Schauspielern der heutigen Zeit), ansonsten aber über keinerlei Parallelen verfügen.
Der Reiz des "Emperor's Club" liegt in dem Aufeinanderprallen 2er völlig unterschiedlicher Welten: Auf der einen Seite sehen wir den Lehrer Hundert, der auf Integrität und Tugend setzt, auf der anderen Seite seinen Schüler Sedgewick Bell, dem es an eben diesem Wertverständnis mangelt. Umso interessanter wird der Film dadurch, dass es Bell mit fortschreitender Dauer des Dramas gelingt, dass Hundert sich selbst und seinen Prinzipien in der ein oder anderen Situation untreu wird.
Und genau dieser Handlungsstrang verleiht dem Film letztendlich das gewisse Etwas, weil Hundert eben nicht perfekt ist, sondern sich, wie auch Bells Mitschüler, lange Zeit von eben diesem einnehmen lässt und somit - an das Gute und Potenzial des Jungen glaubend - zeitweise selbst von dem "Pfad der Tugend" abkommt und seinen "moral - highground" verliert. "The Emperor's Club" wartet folglich nicht mit einem Triumph der Moral auf, was den Film sehr ehrlich, nicht zuletzt aber auch sehr glaubhaft und sympathisch macht.
Der gute Eindruck, den der Film hinterlässt, wird zusätzlich durch den einfühlsamen Schluss verstärkt, der den Zuschauer trotz aller Höhen und Tiefen, die Hundert durchleben muss, mit einem Gefühl der Hoffnung und einer bemerkenswerten Erkenntnis zurück lässt: Nämlich der, dass Sedgewick Bell nicht zwangsläufig repräsentativ für die Gesellschaft ist / sein muss und der, dass Mitgefühl und Integrität als Werte auch in der heutigen Zeit für viele Menschen alles andere als bedeutungslos geworden sind.
Bleibt abschließend dem Komponisten des Soundtracks (grandios gut!) und den Schauspielern ein großes Lob auszusprechen: Kevin Kline ist, wie bereits gesagt, in seiner Rolle als "William Hundert" mehr als überzeugend; Kline-Fans werden begeistert sein. Beeindruckend sind auch die Leistungen der Nebendarsteller, allen voran Emile Hirsch (Sedgewick Bell), Embeth Davidtz (Elizabeth), Steven Culp (älterer Martin Blythe) und Jesse Eisenberg (Louis Masoudi).
Kleiner Tipp: Die deutsche Fassung des "Emperor's Club" ist ok, aber der Film / die Zitate wirken besser in der englischen Originalfassung. Auch der Audio-Kommentar des Produzenten Michael Hoffman ist sehr aufschlußreich und empfehlenswert.
Geschichts-Professor William Hundert (brillant gespielt von Oscarpreisträger Kevin Kline) führt an der St. Benedict's School for Boys ein beschauliches, zurückgezogenes Leben. Als Lehrer für antike und römische Geschichte hat er sich eine Nische seines Glückes geschaffen, die ihn den großen Schatten seines Vaters, eines berühmten Historikers, und die fehlende Liebe in seinem Leben vergessen lassen.
Zwar merkt auch er immer häufiger, dass die Ideale der Antike und die Lehren der großen Meister wie Aristoteles immer mehr an Bedeutung verlieren, dennoch glaubt er an seine Fähigkeiten als Lehrer junge Menschen zu formen und ihnen Werte zu vermitteln.
Als er mit Sedgewick Bell (beeindruckendes Debüt von Emile Hirsch) einen neuen Schüler in seine Klasse bekommt, der als Sohn eines erfolgreichen Politikers den Erwartungen eines ähnlichen Übervaters genügen muss wie Hundert selbst, werden seine Fähigkeiten als Lehrer besonders gefordert. Der junge Bell symbolisiert geprägt durch seinen Vater den Werteverlust der modernen Gesellschaft und Politik. Er glaubt, dass es nur auf das Erreichen eines Zieles ankommt, nicht darauf mit welchen Mitteln es erreicht wird und welche bleibende Bedeutung das eigene Tun haben kann.
Hundert, der Vertreter der „old school" glaubt trotz der schon vorhandenen Prägung durch den Vater, den Jungen dennoch die Bedeutung wahrer Werte und von Moral lehren zu können. Als Bell erste Zeichen „Besserung" zeigt, glaubt Hundert so sehr an ihn, dass er eigne Prinzipien dehnt und ihn trotz eigentlich schlechterer Noten ins Finale des Mr. Julius Caesar Wettbewerb der Schule lässt und einen andren Schüler um diese Chance bringt.
Im Moment seines vermeintlich größten Triumphes als Lehrer muss Hundert erkennen, dass seine Bemühungen um Bell umsonst gewesen zu sein scheinen, denn Bell zeigt sich ehrlos in dem Wettstreit.
25 Jahre später, aus Bell ist inzwischen ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden, der sich anstellt in die politischen Fußstapfen seines Vaters zu treten, will er Hundert zu einer Wiederholung des Wettbewerbs bewegen. Hundert glaubt erneut an Bell und hofft nun doch noch die Früchte seiner Lehrkraft ernten zu können.
Basierend auf der Kurzgeschichte von Ethan Canin "The Palace Thief" hat Regisseur Michael Hoffman einen herausragenden Filmjuwel mit exzellenten Darstellerleistungen (neben Kline auch noch Embeth Davidtz (bekannt aus Schindlers Liste, Matilda und Dämon); Rob Morrow (Ausgerechnet Alaska) und Harris Yulin) geschaffen, das es auf alle Fälle gilt nun wenigstens auf DVD zu entdecken.
Auch wenn Hundert am Ende zusammenfassend sagt, „Dies ist eine Geschichte ohne Überraschungen", fasziniert dieses Portrait eines nach moralischen Werten geführten Lebens zu jeder Zeit und ist ein uns alle mahnendes Plädoyer dafür, das eigene Handeln stets zu prüfen.
Die DVD ist ebenfalls uneingeschränkt zu empfehlen. Neben dem sehr guten Bild in 1,85:1 anamorph bietet die DVD den deutschen und englischen Ton in Dolby Digital 5.1. Die zusätzliche deutsche DTS Spur lässt den hervorragenden Score von James Newton Howard noch weiträumiger ertönen. Beim Bonusmaterial faszinieren vor allem die rund 20 Minuten an zusätzlichen und erweiterten Szenen sowie der Audiokommentar.
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