Hab seit kurzem ein Pogoplug Pro zu Hause im Einsatz, da mir die normalen NAS trotz vorhandenen technischen Hintergrundwissens einfach zu umständlich ins Netz zu bringen sind, viel zuviel können, preislich zu teuer und bzgl. verwendbarer Festplattenformate zu unflexibel sind. Das Ding ist ja wirklich in 60 Sekunden eingerichtet, funzt wie beworben ohne die bei NAS übliche umständliche Konfiguration und ist sofort im Internet verfügbar. Sämtliche externe Platten funktionieren und dem Pogoplug ist es egal, welches Format die Platte hat (NAS arbeiten meist nur mit Ext2/3 und FAT, hier geht auch HFS und NTFS), so daß auch der Datenanfangsbestand direkt per USB am Mac oder PC überspielt werden kann. Nachteil: Login nicht direkt möglich wie bei einem NAS, sondern wie bei einem Clouddienst nur über die Internetseite, dafür keine Konfiguration notwendig (plug&play).
Die Bedienung erfolgt einfach und bequem über die Webseite von überall auf der Welt, manche Konfigurationseinstellunegn erschliessen sich nicht sofort und müssen erst über die Dummy-Hilfe recherchiert werden, aber sind allemal viel viel einfacher als ein NAS ohne Netzwerkkenntnisse einzurichten. Die Hilfeseite ist echt super und der Support reagiert auch schnell, gibt sogar ein mobiles Ticketsystem, das vom Smartphone bedienbar ist. Sharing/Wiedergabe/Drucken aus dem Web funzt kinderleicht und intuitiv, mit der zugehörigen ActiveCopy-Software lassen sich bestimmte Ordner wie Musik/Filme/Fotos automatisch auf's Pogoplug kopieren, so hat man gleichzeitig ein Backup und muss sich nicht manuell drum kümmern, immer die aktuellen Daten vom Rechner auf dem Pogoplug zu haben. Die Laufwerke/Shares sind als eigener Laufwerksbuchstabe im Finder/Explorer aufgeführt und nativ aus dem jeweiligen Betriebssystem zugreifbar. Hier kommt der Vorteil der flexiblen Dateisystemnutzung zur Geltung, da man z.B. seinen Anfangsbestand schnell und bequem am Rechner syncen kann und anschliessend die Platte ans Pogoplug hängt und ActiveCopy aktiviert - fertig.
Zu den iOS-Apps: der Ansatz ist gut, aber es hapert noch im Detail. Bei MPEG2-Dateien schmiert die App regelmäßig ab, da das iPad/Phone das Format wohl nicht kann. Auch beim Filesharing dieser Dateien verabschiedet sich die App dann ohne Vorwarnung. Leider wird wohl kein Index gespeichert, weshalb das Laden der Dateiliste oft quälend lange dauert, ich hoffe, daß der Hersteller hier bald nachbessert. Die Sortierungen der Medienlisten i.A. sind etwas unübersichtlich und können nicht geändert werden, dafür funktioniert der Audio-Player sehr gut und lässt sich in der iPad-App links unten als Overlay ein- und ausblenden. Leider ist die App noch nicht multitaskingfähig und unterstützt kein AirPlay, da sind dann andere gleichartige Sharing-Apps schon voraus.
UPDATE: die Apps wurden inzwischen überarbeitet und für iPad & iPhone vereinheitlicht, sie bieten jetzt auch die vermissten iOS4-Features wie AirPlay, jedoch dauert die Indexdarstellung und Anzeige von Videos auf dem Pro-Modell leider immer noch viel zu lange.
FAZIT: Mit etwas Geduld könnte ich mir vorstellen, daß Pogoplug bald auch den deutschen Markt erobert und sein Nischendasein beendet. Der Ansatz ist super, da das Pogoplug samt Apps das beste aus den beiden Welten von NAS- und Cloud-Sharing-Diensten à la Dropbox vereint. Wenn die Bugs in den Apps sowie die fehlenden Features mit dem gerade neu erworbenen Venture-Capital der Firma i.H.v. 15 Mio. $ ausgebessert bzw. nachgeschoben werden, dann lässt sich so nirgends anders billiger Festplattenspeicher für wenig Geld und ohne viel Aufwand ins Netz bringen.