... denn Tom Waits' Stimme klingt noch nicht wie ein verreckender Motor, so daß der Weichspülstimmengewöhnte nicht gleich entsetzt die CD aus dem Fenster wirft. Der Sound ist sehr klavierlastig, was nicht verwundert, denn dieses Instrument war die einzige Begleitung seiner Junggesellenjahre in verrauchten Pubs. Das faszinierende an Tom Waits im allgemeinen und auch an "Closing Time" im besonderen sind Toms geniale Texte, die trotz bissiger Ironie stets eine tief empfundene Menschenliebe gerade zu den Anti-Helden und klassischen Losern vermitteln (ich kenne eigentlich niemanden der an ihn herankommt, aber das ist wohl Geschmackssache). Das Album klingt komplett wie die (bitter)süßen Erinnerungen an unsere Jugendliebe, wie sie retrospektiv leider nie gewesen ist, seufz. Apropos Liebe: nach dem Album war ich so "verliebt" in Tom Waits, daß ich mich chronologisch bis zu den zugegebenermaßen sehr viel schwerer verdaulichen späten Alben durchgearbeitet habe, was sich definitiv lohnt, denn er wird immer besser. Obwohl - wenn man die YesYesYes!!! Dichte der Songs betrachtet, kommt nur noch "Raindogs" an "Closing Time" heran. Also - anhören und Herz verlieren.