Es ist ja immer so: Der Höhepunkt der Karriere ist überschritten, die Hits bleiben aus. Und eine wie Sandra hatte in den 80ern Hits vom Fließband, z.B. "Everlasting Love", "Maria Magdalena" oder - immerhin noch aus den 90ern - "Hiroshima". Nun ja, qualitativ hatten vor allem die ersten Alben der Pop-Lady keinen hohen Anspruch, aber Qualität verkauft sich ja auch nicht immer gut. Die Hits hatte sie trotzdem. Mit "Close to seven" legte sie 1992 dann ein wirklich anspruchsvolles Album vor. Die Songs waren eingängiger, weniger auf die Disco-Tour aus, teilweise mit einer Nachricht an die Nation ("when the rain doesn't come") und trotzdem schön. Mit zehn Songs geschmückt - für Sandra absoluter Rekord, ein Sandra-Album hatte eigentlich immer 8-9 Songs - einigen netten Bildern und einem anspruchsvollen Gesamtbild kommt das Album also daher. Vorab wurde "Don't be aggressive" ausgekopppelt; nach "hiroshima" mal wieder ein selbst geschriebener Song mit Hit-Qualität... Top 20 in Germany! Egal, was zählt ist das Album an sich und das kann sich jetzt, über 10 Jahre nach Veröffentlichung durchaus behaupten! Während Vorgängeralben schnell satt machten, hat "Close to Seven" teilweise auch heute noch was zu bieten. Herausragend immer noch "no Taboo" (vermutlich einer ihrer absolut stärksten Tracks), "Seal it forever" und "Love turns to pain". Auch die Version von "Your Way to India" überzeugt mich (auf "My Favourites" wurde dieser Song schließlich noch einmal von einem Remixer 'vergewaltigt'). Einzig mit "I need Love" und "Shadows" wollte man 1992 auf den Techno-Zug aufspringen... was sich absolut als Fehler herausgestellt hatte, war "I need Love" doch die erste Sandra-Single überhaupt, die nicht in die Top 100 einsteigen konnte! Der Anfang vom Ende?
Fazit: Im Nachhinein das anspruchsvollste Werk. Auch wenn "Into a secret land" das beste Album ist, "Close to Seven" war das anspruchsvollste Album der 80er-Diva!