Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kapitel als Draufgabe, 4. September 2002
Im Gegensatz zu Stanley Kubricks glänzender Verfilmung hat das Buch ACO von A.B. ein letztes, hinzugefügtes Kapitel, das den Amerikanern einige Jahre vorenthalten blieb. Allein dieses neue Kapitel und die vielen anderen neuen Details und Situationen im Buch machen es zu einem Lesemuss. Allein mit der Sprache, einer Mixtur aus Polnisch und Englisch, vermochte mich A.B. zu fesseln wie noch kein anderer. Alles wirkt derart realitsnah, das es einem wirklich schwr fällt, das Buch beiseite zu legen.All righty, right my Droogies!! What is it going to be then? Read it don't leave it.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr als 5 Sterne!, 18. April 2006
"A Clockwork Orange": Kaum ein Buch hat mich so fasziniert und gepackt wie dieses!
Es fängt an mit einem typischen 'lustigen' Abend von dem Protagonisten Alex und seinen Freunden Dim, Georgie und Pete. Diese vier Jungs - Alex ist mit 15 Jahren zwar der jüngste, aber auch der Anführer - rauben, vergewaltigen, verprügeln, randalieren - und haben ihren prächtigsten Spaß dabei. Sie kümmern sich weder ums Gesetz noch um ihr Gewissen, das sie scheinbar nicht einmal besitzen. Bis sie dann eines Abends über die Stränge schlagen: Alex tötet, ohne es zu wollen, eine alte Dame, seine Freunde verraten ihn und er kommt ins Gefängnis. Bald will die Regierung ihn "bessern": Mit einer makabren Methode namens "Ludovico"-Therapie, die Alex quasi seinen freien Willen nimmt, denn er wird zwangsweise "Gut" gemacht. Mehr will ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.
Burgess vollbringt in diesem Buch ein wahrliches Wunder: Ja, Alex ist grausam. Ja, er ist brutal. Ja, er ist wirklich ein gewalttätiges Monster. Aber eben nicht nur das! Alex ist witzig, intelligent, klug, ironisch. Alex ist kulturell gebildet und verehrt Ludwig van Beethoven. Alex ist kein asozialer Gangster; er drückt sich fein und gebildet aus. Burgess schafft es, uns diesen brutalen Teenager äußerst sympathisch zu machen. Man liest und liest das Buch und irgendwann merkt man, dass man Alex mag, trotz seiner Bosheit.
Anthony Burgess hat dieses Buch auf eine wunderbare Art und Weise geschrieben. Es liest sich so wunderbar flüssig wie kaum ein anderes Buch, das ich je gelesen habe. Dazu gibt die Nadsat-Sprache dem Buch das gewisse Etwas. Nadsat ist ein erfundenr Jugendslang, dem viele slawische - insbesondere russische - Wörter beigemischt sind. Man braucht vielleicht drei, vier Seiten, um sich da einzulesen, aber ab dann liest sich auch das Nadsat flüssig. Eine slawische Sprache zu beherrschen, erleichtert das Verstehen des Nadsat zwar, aber die meisten Begriffe kann man sich auch so aus dem Zusammenhang erschließen. Und wenn nicht, gibt es auch Nadsat-Wörterbücher - einfach mal bei google suchen ;)
In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass Burgess' Jugendsprache viel zu überbewertet sei: Schließlich seien sehr viele Wörter einfach original aus dem Russischen übernommen worden.
Diese Meinung teile ich nicht. Burgess musste es nicht Tolkien gleichtun und direkt eine neue Sprache erfinden, um diesem Buch ein besonderes Flair, eine besondere Atmosphäre zu verleihen, die durch die Nadsat-Sprache übermittelt wird.
"A Clockwork Orange" ist nicht nur unterhaltend, sondern natürlich auch voller Philosophie: Ist das Gute noch gut, wenn es erzwungen ist? Ist Alex nun "gut", bloß weil er nichts Böses mehr tun kann?
Dieses Buch ist zeitlos: Obwohl es als 'Zukunftsvision' betitelt wird, wird doch keine Zeitangabe genannt, und es hat nichts von seiner Aktualität verloren. Man merkt beim Lesen garnicht, dass der Roman aus dem Jahre 1962 stammt: Weder Sprache noch Thema sind in irgendeiner Weise veraltet.
Alex ist eine faszinierende Person und leitet den Leser in seiner originellen Ausdrucksweise durch das Buch, sodass man es direkt nochmal lesen will, wenn man damit fertig ist. Dieses Buch ist sofort zu einem meiner Lieblingsbücher geworden und ich kann es wirklich jedem empfehlen, denn man verpasst etwas, wenn man "A Clockwork Orange" nicht erlebt hat.
Am Besten auch auf Englisch lesen: Ich habe in die deutsche ÜS reingeschaut und fand sie nicht besonders gut. Ich glaube, dass es einfach an der deutschen Sprache liegt, die nicht für Nadsat geeignet ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Auch heute noch lesenswert, 23. Februar 2007
Nachdem ich mich gewagt hatte diesen "Klassiker" zu kaufen und angefangen hatte zu lesen. Habe ich mir etwa zwei Kapitel weiter dann doch (wenn auch murrend) eine kleine Liste mit Übersetzungen von Nadsat ins Englische ausgedruckt und nochmal von vorne angefangen. Spätestens im 3. Teil habe ich sie dann aber nie wieder benutzt.
Vieles lässt sich aus dem Zusammenhang erkennen, und soviel Wörter, dass man jedes nicht mindestens schon ein paar Mal gelesen hätte, sind es dann doch nicht, außerdem werden ein paar gleich im Text übersetzt.
Es ist nicht so, das man das Buch ohne Übersetzungsliste nicht verstehen würde, es macht die ganze Sache aber ungleich anstrengender. Im großen und ganzen hatte ich verstanden, um was es in den ersten beiden Kapiteln ging, was fehlten waren die Details.
Ich bin definitiv zu Jung, um den Film oder den Hype in den 70ern mitgekriegt zu haben, das war vor meiner Zeit. Somit war das Thema Clockwork Orange relativ neu und jungfreulich für mich.
Deshalb will ich kurz noch mal auf den Inhalt eingehen:
Alex und seine Droogs (Nadsat für Freunde) sind alle im besten Alter (etwa 15) für rebellierende, pubertäre Jugendliche. Während sie tagsüber eher unauffällig sind (eben ganz normal), tragen sie nachts ihre "dunkle Seite" zur Schau:
Zuerst gibts 'ne Milch mit verschiedensten chemischen Drogen, dann gehts auf die Straße und dort werden wahllos Leute verprügelt, vergewaltigt, ausgeraubt und was sonst noch in das Schema passt. Just for fun erschleichen sie sich z.B. Zutritt zu fremden Häusern, schlagen den Hausherren halb Tod und lassen ihn dabei zusehen, wie sie nach einander seine Frau vergewaltigen. Ultra-Violence nennt Alex das und hat auf jedenfall seinen Spaß dabei.
Alex ist der Ich-Erzähler und erzählt seinen werten Zuhörern, was er so erlebt hat, wie er von der Polizei geschnappt wird, und wie er nach ein paar Jahren Knast die erste offizielle Testperson der Ludovico-Technik ist: Gehirnwäsche durch Konditionierung um aus ihm einen gesetzestreuen Bürger zu machen, der Gewalt in jeder erdenklichen Art und Weise nicht ertragen kann.
Ich will nochmal kurz auf die Jugendsprache, Nadsat, eingehen.
Sie hat zur Folge, dass die beschriebene Jugendkultur authentischer wirkt, aber auch, dass man gezwungen ist wesentlich aufmerksamer zu lesen, außerdem verharmlost sie die Gewalt(beschreibungen) drastisch. Man weiß zwar was das entsprechende Wort bedeuten soll, hat aber noch lange nicht die gleichen Assoziationen:
"Tolchock the starry veck in his keeshkas till the krovvy comes out."
klingt lange nicht so brutal wie:
"Hit the old man in his guts till the blood comes out."
Selbst wenn man weiß, was der Satz bedeuten soll.
Burgess sieht diese Verharmlosung aber sicherlich als essentielles Stilmittel an.
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