Man schrieb das Jahr 1983. Madonna wollte Urlaub haben und David Bowie forderte zum Tanz auf.
Dennoch, Climate of Hunter war - in seiner Zeit - kein Fremdkörper, wie oft und gern behauptet. Künstler wie David Sylvian (ex Japan) oder Thirteen Moons aus Schweden produzierten oberflächlich betrachtet ähnliches und waren damit recht erfolgreich. Eingeordnet wurde es kurioserweise unter "New Age"-Musik. Und ist natürlich meilenweit entfernt davon. Climate of Hunter ist fest verankert im Scott-Walker-Universum, das ja bekanntlich hauptsächlich aus schwarzen Löchern besteht.
Faszinierende Musik im Übrigen. Jazzanleihen, Industrial-Schlagwerk, großes Orchester und, man fast es kaum, ein Blues am Ende. Begleitet nur von Mark Knopflers Gitarre, vertont Scott ein Gedicht von Tennessee Williams "When i cross the river on a heavy blanket roll, i take nobody with me, not a soul" - zum Steinerweichen. Weitere Höhepunkte: Sleepwalkers Woman - Eine nächtliche Wanderung durch den Märchenwald - und Rawhide - das erste Stück und Vorgabe für die Stimmung der gesamten LP.
Die CD liegt mittlerweile in der dritten Wiederveröffentlichung vor - keine schlechte Bilanz für das angeblich am schlechtetesten verkaufte Album von virgin.