Endlich! Da sind sie wieder! Unsere Jungs von Quick Stop Groceries, Dante und Randal. Regisseur Kevin Smith beglückt uns nach langer Clerks-Abstinenz nun endlich mit dem Sequel seines Überraschungserfolges Clerks - Die Ladenhüter von 1994. Und natürlich sind auch Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (gespielt vom Regisseur höchstselbst) wieder mit von der Partie. Das einzige, was sich nach 12 Jahren geändert hat, ist die Location. Nachdem der Quick Stop abgebrannt ist, weil Randal vergessen hat, die Kaffeemaschine abzuschalten, arbeiten er und Dante nun bei Mooby's, einer nicht unbedingt angesagten Fast-Food-Kette. Randal ist wie immer chronisch bocklos, aber weiterhin ein Meister darin, Leute in die absurdesten Gespräche zu verwickeln, worunter auch der naive Elias zu leiden hat, der noch von Mom und Dad zu seinem Job bei Mooby's gefahren wird. Und Dante hat seinen letzten Arbeitstag, weil er es doch tatsächlich geschafft hat, in seinem antriebslosen Leben wenigstens eine Entscheidung zu treffen, nämlich die, zu heiraten und mit seiner Angetrauten zu deren Eltern nach Florida zu ziehen und in Schwiegerpapas Autowaschanlage zu arbeiten. Blöd nur, dass er irgendwie auch was für seine Chefin und Freundin Becky (Rosario Dawson) empfindet'
Was nun folgt, sind 1' 1/2 Stunden bester New Jersey-Humor mit den üblichen Verdächtigen. Es ist wirklich schön, sie alle wieder zu sehen. Jay und Silent Bob sind nur vermeintlich geläutert und zum Christentum konvertiert, was allein schon daran zu erkennen sein dürfte, dass kein guter Christ in der Öffentlichkeit strippen würde, bis er fast splitterfasernackt vor einem Fast-Food-Restaurant steht. Dante tut sich wie immer mit allem schwer, kann weder zu seiner Verlobten richtig stehen noch seiner Chefin widerstehen und muss sich immer noch mit Randals seltsamen Lebensweisheiten rumschlagen. Dazu kommen ein paar neue Gesichter, aber immer noch dieselben altvertrauten chaotischen Situationen und irrwitzigen Dialoge. Die absolute Krönung ist jedoch das Junggesellen-Abschiedsgeschenk von Randal. Ich habe selten so gelacht. Ich möchte das hier nicht vorwegnehmen, weil es wirklich brüllkomisch ist, insofern möchte ich an dieser Stelle nur die Worte Erotik und Esel fallen lassen. Auf den Rest kommt man selbst in seiner blühendsten Fantasie nicht, und das ist auch gut so. Definitiv die beste Szene des ganzen Films! Direkt gefolgt von der herrlich choreografierten Szene, in der Becky Dante tanzen beibringt, zu dem Jackson's Five-Song "ABC". Das hat das Zeug zum besten Revival-Tanzvideo der 80er Jahre.
Der Film macht genau da weiter, wo er vor 12 Jahren aufgehört hat. Man fühlt sich gut aufgehoben bei den Jungs aus New Jersey, man kennt ihre Macken und möchte unbedingt sehen, was aus ihnen geworden ist. Nicht viel, das muss man zugeben, aber das macht überhaupt nichts, denn genauso mögen wir sie. Smith treibt seine grandios geschriebenen Dialoge noch weiter auf die Spitze, auf so viel virtuos vorgetragenen Schwachsinn muss man erstmal kommen, und das ist hier definitiv als Kompliment gemeint. Und obwohl fast alles wie früher zu sein scheint, kommt man nicht umhin, die ein oder andere vorsichtig eingewobene Veränderung an den Jungs zu registrieren.
Mehr möchte ich zu diesem Film gar nicht sagen, außer, dass man ihn gesehen haben sollte! Mit allen weiteren Infos würde ich nur etwas vorwegnehmen, von dem man sich lieber selbst überraschen lassen sollte. Die Story ist eh zweitrangig, man freut sich einfach, dass die Clerks wieder da sind. Kevin Smith hat es einfach drauf, so schön schräg und dennoch liebevoll zeichnet er seine Figuren, lässt sie scheitern und gewinnen und dabei nie vergessen, worauf es wirklich ankommt: Sich selber treu zu bleiben und auf ein paar gute Freunde zählen zu können. Alles in allem stimmig, konsequent fortgeführt und mit einzigartigem Gespür für Witz und Timing ausgestattet, ist Clerks II ein Muss für alle Fans und die, die es dringend noch werden sollten.