The Cleric Quintet ist die einzige Forgotten Realms Reihe von R.A. Salvatore, die nicht vom Dunkelelf Drizzt und seinen Freunden handelt und bildet so eine Abwechslung. Aber leider nur eine mehr oder weniger gelungene.
Im Mittelpunkt steht der junge Kleriker Cadderly auf der Suche nach seiner Bestimmung. Unterstüzt wird er dabei von seiner Freundin Danica, den Zwergenbrüdern Ivan und Pikel Boulderschoulder(zwei der witzigsten Charaktere der Fantasygeschichte) und weiteren Kameraden, die von Buch zu Buch variieren.
Wie aus der Überschrift zu entnehmen muss man die fünf Bücher aus denen diese Zusammenstellung besteht sehr differenziert sehen. Der erste Teil, Canticle, ist erstklassig. Witzige Charaktere und Dialoge und eine spannende Story, gewürzt durch ein furioses Finale, bei dem natürlich Salvatores tolle Kampfsequenzen nicht zu kurz kommen, aber auch nicht übertrieben lang sind.
Das zweite Buch, In Sylvan Shadows, reicht fast an den Vorgänger heran. Genauso spaßig, die Zwergenbrüder, die einem besonderns mit ihrem Versuch eine Falle zu bauen, vor Lachen beinahe die Tränen in die Augen schießen lassen. Tolle Kämpfe zwischen den Waldelfen und den Monsterarmeen der Feinde aus Castle Trinity runden das Werk wiederum ab. Aber schon hier kommen einem die Schlachten, zumindest am Ende, ein wenig ermüdent vor.
Teil Drei, Night Masks, ist für mich persönlich der Tiefpunkt. So gut wie keine Storyline und viele, viele seitenlange, äußert ausfühliche Gemetzel der Freunde mit der Mördergilde der Night Masks. Nur der interessante Bösewicht Ghost wertet das Buch ein wenig auf, auch wenn sein Ende ein merkwürdiges ist.
Nummer vier, The Fallen Fortress, ist leider, zumindest was die zweite Hälfte des Buches betrifft, ebenso schlecht wie der Vorgänger. Die Freunde kämpfen sich wiederum seitenlang durch eine Burg voller Feinde. Allerdings ist die erste Hälfe von Teil vier ein absolutes Highlight des Quintets. Die Begegnung mit dem roten Drachen Shimmergloom ist eine meiner absoluten Lieblingsstellen aus allen fünf Büchern.
The Chaos Curse ist der dritte Teil. Hier steigt das Nieveau Gott sei Dank wieder. Die Idee mit den fast übermächtigen Vampiren macht die Geschichte äußert spannend und weniger stumpf als im dritten und vierten Teil. Nervig ist nur, dass am Ende, wie immer bei Salvatore, der Bösewicht, der alles in die Wege geleitet hatte, überlebt.
Insgesamt hat The Cleric Quintet viel Licht, aber fast genauso viel Schatten. Teil 1, 2, und 5 reichen von ihrer Qualität (fast) an Salvatore-Top-Titel wie Homeland heran. Für jeden, der Salvatore allerdings gerne liest und eine kleine magische Abwechslung zu Drizzts Scimitar-Duellen haben möchte, sollte zugreifen.