Zum Film: Der seinerzeit teuerste Film aller Zeiten zeigt die Pracht der Kulissen, Kostüme und Szenerien in verschwenderischer Weise - hier wurde noch nicht mit digitalen Effekten, die dann doch nicht ganz lebensecht wirken, Geld gespart, sondern Massen an Statisten in historische Kostüme gesteckt und in üppigem Dekor, das sich nicht über einen kleinen Kameraauschnitt, nein über ganze Straßenzüge erstreckt, agiert.
Erst in der englischen OV (obwohl die deutsche Synchronisation sehr gut ist) wird deutlich, daß man bei so einem Prestigeobjekt dieser Klasse auch besonderen Wert auf eine gehobene Sprache gelegt hat, die in heutigen Streifen abgesehen von Shakespeare-Verfilmungen und britischen Epoche-Dramen praktisch nicht mehr zu hören ist. Vor allem die Rolle Richard Burtons wird durch seine eigene Stimme aufgewertet, die alle Höhen und Tiefen des Marc Anton reflektiert.
Zur DVD: Der große Pluspunkt sind natürlich die ursprünglich der Schere zum Opfer gefallenen Sequenzen, oft handelt es sich um ganze Szenen von mehreren Minuten Länge. Durch sie werden bestimmte Details ebenso erhellt wie der weitere Verlauf und die Hintergründe der historisch verbürgten Ereignisse. Anders als bei vielen "director's cuts" ist die Fülle der zusätzlichen Szenen beeindruckend und vor allem nicht handlungsdehnend, vielmehr der Logik des Handlungsaufbaus dienend.
Sehr schön sowohl für den Cineasten als auch für den an der Popkultur Interessierten ist das Bonusmaterial, welches mit Dokus und originalen Filmtrailern und Publicity-Fotos nur so gespickt ist. Anhand dessen bekommt man einen recht plastischen Einblick nicht nur ins "Making Of ... ", sondern ebenfalls in die Stilistik der Alltagskultur vor 40 Jahren.
Alles in allem, ein Monumentalfilm, der diesen Begriff gleichzeitig neu definiert und zu Grabe getragen hat. Und ein Musterbeispiel einer DVD!