Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit dem nächstgrößeren Kosmos-Paket (für ca. 10 Euro) erfolgreich ausgewachsene Triopse herangezüchtet und es hat sehr viel Spaß gemacht. Nun wollten wir dieses Erlebnis wiederholen, benötigten aber lediglich neue Eier, da Sand, Futter und Behälter usw. noch vorhanden waren.
Die Amazon-Suche brachte bei "Triopseier-Nachfüllset" das recht günstige Galileo-Produkt und so freuten sich meine Kinder und ich auf ein erneutes Abenteuer mit diesen possierlichen Krebschen. Allerdings war schon die dünne Beschreibung kaum der Rede wert - ich musste mich erst im Internet belesen, dass das mitgelieferte Substrat einfach so ins Wasser zu geben ist (zuerst wollte ich es garnicht glauben). Dabei fielen mir bereits die vielen negativen Beiträge über dieses Produkt in den verschiedenen Triops-Foren auf.
Aber wir waren noch guten Mutes. Destilliertes Wasser vom letzten Mal war noch vorhanden, Futter, Thermometer etc., ebenso trockener Sand vom 2010-er Triops-Experiment zum biologischen "Beimpfen". Diesmal leisteten wir uns sogar den Luxus eines kleinen Nanocube-Aquariums mit Heizung und Lampe, da die Tiere in dem kleinen Plastewännchen letztes Mal kaum Platz hatten, um sich aus dem Wege zu gehen. Zur Sicherheit ließen wir das Wasser sogar eine Woche im (vorher hochnotpeinlich und ohne Chemikalien gereinigten) Becken ruhen, damit sich schon eine erste Flora herausbilden konnte. Dann wurde das Substrat ins Wasser gegeben und ab dem Zeitpunkt verwandelte sich unser blitzsauberes helles Becken in eine traurige Schüttelschneekugel - nur dass die Flocken in dem Fall aus dunklen Dreck bestanden.
Wir warteten eine weitere Woche, aber es haben sich leider bis heute keine Triopse gezeigt und werden wohl nun auch keine mehr kommen. Selbst mit Lupe und bei vorsichtigem Herumrühren in dieser Lorke sind keine hüpfenden kleinen Winzlinge auszumachen. Auch keine Daphnien oder Feenkrebse. Wir beleuchten und beheizen (22-25°C wie für den Start angegeben) nur eine Ladung traurigen Dungs. Die Kinder sind besonders enttäuscht, da sie jeden Tag vor dem Becken hockten und auf die ersten zuckenden Tierchen gehofft hatten.
Mir ist unverständlich, warum unter dem Oberbegriff "Triopseier" bei Amazon ein Substrat verkauft wird, was offensichtlich rein zufällig verschiedenste Tiereier enthält (und manchmal auch gar keine). Die Kommentare in den anderen Foren lassen vermuten, dass sich hin und wieder sogar auch ein Triops unter die Ergebnisse gemischt hat, aber Garantien hat man bei diesem Paket hier keine. Warum wurden nicht reine Triopseier in einem gesonderten Behälter verpackt? Und dazu ein Conditioner wie üblich? Die Schwebeteilchen hängen nun am Beckenrand, schwimmen an der Oberfläche (behindern zusammen mit der nach einer Woche entstehenden Kahmhaut den Sauerstoffaustausch) und liegen auf dem Grund und sind kaum wieder zu beseitigen.
Warum scheinen sich manchmal gar keine Eier im Substrat zu befinden? Wie wird dies überhaupt hergestellt? Wird einfach eine Handvoll Dreck von einem Praktikanten nach Gutdünken und ohne Überprüfung aus einem Zuchtbecken geschaufelt und abgepackt? Das würde einiges erklären. Wenn die Ergebnisse und Erfahrungen (auch der Amazon-Käufer) so miserabel sind, warum unterbindet die Firma nicht die Produktion oder überdenkt sie zumindest? Reagiert Amazon selber auf schlechte Rezensionen ihrer Kundschaft und übt Druck auf den Hersteller aus? Ich will nicht glauben, dass wir nach den Erfolgen des vergangenen Jahres mit all unserer Erfahrung (30++ Jahre Aquarianer) einen gravierenden Fehler beim "Ausbrüten" einer Tierart machten, die so robust und angepasst an die Umwelt ist, dass sie faktisch schon seit Zeiten der Dinosaurier unverändert blieb...
Wir sind jedenfalls alle sehr enttäuscht. Ich kaufe mir nun einen feinmaschigen Kescher, reinige am Wochenende das Becken und ordere das bekannte Kosmosset. Das Galileo-"Nachfüll-Set" war ein klarer Fehlkauf, vor dem ich nur warnen kann.
Viele Grüße