...ließen die Bandmitglieder damals nicht unkritisch verlauten. Wenn man den Captain leicht gelangweilt auf Cover oder Innersleeve stehen sieht, egal ob im schnieken Anzug oder als "China-Man", denkt man sorgenvoll an den Inhalt dieser Scheibe...
Doch deren Output ist fast genauso freakig und verquer wie immer. In Teilen aber erstmals (seit der "Strictly Personal") wieder ziemlich zugänglich. Kein Vergleich also zur eher langweiligen Cover-Art.
Zum besseren Verständnis möchte ich diese CD aber in ihren beiden ehemaligen Einzel-LP-Ausgaben rezensieren, denn beide unterscheiden sich, von ihrer Art her, doch sehr voneinander.
a) The Spotlight Kid:
Diesem Teil kann man, auf Grund der ungewöhnlichen Klänge von Marimba und anderen Schlagwerken, ein musikalisch exotisches Ambiente nachsagen. Manche Kritiken behaupten, der Captain würde hier (trotz der eher ungewohnten Klänge) schon knapp am Kommerz schrammen. Dass würde ich aber so nicht stehen lassen. Die Scheibe hat in jedem Fall noch das komplexe Format, das dem Captain von seinen Vorgängerwerken so eigen ist. Auch wirkt sie durch den leidenden und schleppenden Gesangsstil des Captains stellenweise fast depressiv. Dennoch ist sie, vor allem im Vergleich mit dem direkten Vorgänger-Album, um ein vielfaches zugänglicher!
Alle Takes erinnern in ihrer Art jedenfalls sofort an die verquere Denkweise und Musik ihres eigenwilligen Komponisten. Besonders erwähnenswert sind hier in jedem Fall die Titel "When It Blows Its Stacks", "Alice in Blunderland" und ganz klar "The Spotlight Kid". Aber auch "Grow Fins" mit seinem irren Text (...wer droht schon seiner Ex an, sich Flossen wachsen zu lassen und zurück ins Meer zu gehen? -Richtig: Es kann nur Einen geben!!) muss besonders hervorgehoben werden!
b) Clear Spot:
...ist in ihrer Form am ehesten noch mit der "Safe As Milk" vergleichbar. Relativ geradliniger, fast kommerzieller Rhythm 'n' Blues, gepaart mit mitunter satt-schrägen Blues-Rock und einigen Boogieansätzen. Dazu kommen natürlich auch hier die aberwitzig-dadaistischen Texte des Captains.
Sehr gewöhnungsbedürftig sind hier die Bläsereinsätze (z.B. auf "Nowadays A Woman's Gotta Hit A Man" oder "Too Much Time") und der fürchterlich eingängig-nervende, weibliche Background-Singsang (in "Too much Time", dass deshalb gnadenlos durchfällt! -Ursprünglich sollte dieses Take mal als Single-Auskopplung genutzt werden; dass ist aber keine wirkliche Entschuldigung...)
Auch "Her Eyes..." ist so weichgespültes Mainstream-Kaliber. Der "Hardcore-Beefhearter" zappt hier am besten einfach weiter.
Sensationell dagegen die Takes "Circumstances", "Clear Spot" und "Golden Birdies". Der absolute Kracher (und kaufverpflichtend, auch wenn nur dieses eine Take auf der Scheibe wäre) ist "Big Eyed Beans From Venus"!
Hier lässt der Captain noch einmal die frühen Jahre aufleben und selbst "Art-Fremde" erkennen sofort den wahren Wert dieses Genies! -Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Dieses Take ist sensationell!!
"Mister Zoot Horn Rollo, hit that long lunar Note, and let it float..."
und dann:
"Men let your wallets flop out,
and woman open your purses,
'cause a man and a woman without a big eyed bean from venus
is suffering with the worstest of curses
yeah, you're suffering, with the worstest of curses"
Wären die herausragenden (und genannten) Titel für sich in jedem Fall ein Fünf-Sterne-Paket, so muss man dem Gesamtwerk "The Spotlight Kid/Clear Spot" doch ein Sternchen abziehen. Obschon noch reichlich originell und verquer reicht sie nicht an die wirklich großen Werke des Captains heran. (Das fünfte Sternchen ist, zugegeben, ein reines Sympathie-Sternchen, dass sich der Captain nach den fünf Vorgängerwerken durchaus verdient hat;))
Viel Spass beim hören und "erhören". -Und: Nicht aufgeben, der Knopf geht irgendwann auf; es gibt so'ne Art Flash und dann isses auf einmal nur noch genial...