Das Thema ist Reinkarnation, und wer es für blanken Unsinn oder sogar Blasphemie hält, sollte sich von diesem Film fernhalten. Alle anderen werden mit einer faszinierenden, schön erzählten und teilweise sehr witzigen Geschichte konfrontiert. Ein wenig enttäuschend ist die Musik: die Texte stammen zwar von Alan Jay Lerner, dem Texter von "My Fair Lady", die Musik von Burton Lane kann damit aber lange nicht mithalten, für ein richtiges Musical singen zu wenig Personen (nur Streisand und Montand), und das geradezu epische Titellied wird mit zu wenig instrumentalem Aufwand untermalt.
Daisy Gamble will sich - ihrem Verlobten zuliebe - das Rauchen abgewöhnen, und der sie behandelnde Hypnotiseur, Dr. Chabot, sieht sich während der ersten Sitzung auf einmal mit einer ganz anderen Persönlichkeit konfrontiert: Melinda, einer Frau, die im viktorianischen England lebte und eine viel stärkere und interessantere Frau als die angepasste Daisy ist. Dr. Chabot traut zuerst seinen Sinnen nicht, aber das unglaubliche geschieht: Melinda, deren Reinkarnation Daisy ist (oder umgekehrt?), fasziniert ihn, und der sonst so bodenständige Arzt, der sonst nie an so etwas geglaubt hätte, verliebt sich sogar ein wenig ihn sie. Als Daisy herausfindet, dass Chabot sie immer wieder hypnotisiert hat, um mehr über Melinda zu erfahren, ist sie erbost und enttäuscht, da sie selbst in Chabot verliebt ist. Liebeskummer und Zorn erwecken in der verwöhnen Newyorkerin endlich die Energie, mit der ihr die früh vom Leben geprüfte und kampflustige Melinda so weit voraus war.
Alles in allem eine inspirierte Parabel über die Macht und Schönheit der menschlichen Seele. Und wie sagte doch Barbra Streisand bei ihrem Konzert 1996: "This next song (On a Clear Day...) has taken me I don't know how many hours on I don't know how many couches to be able to sing and really mean it!"
Jack Nicholson in einer frühen und sehr sympathischen (dafür ziemlich kurzen :-) Rolle zu sehen ist übrigens auch reizvoll.