Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2001
Rezensent Gustav Falke klingt enttäuscht, weil Claudio Abbado sich nicht wirklich in die Karten blicken ließ. Frithjof Hager findet er "bis zur Selbstaufgabe devot" und dennoch sei er am Ende der "Gefoppte". Den Abbado hat ihm allerlei angedeutet und nichts ausgeführt. "Alles Dinge, die man sich auch selbst sagen kann", mault der Rezensent. Nicht mal Anekdoten und Musikerwitze gibt es. Schließlich findet Falke doch ein paar lesenswerte Details. Abbados Version der Berliner Querelen während seiner Zeit als Chefdirigent nämlich. Und am Ende hat er aus den Gesprächen mit Hager wenigstens eines herausgehört: "ein absolut entschiedener Wille und eine Angst vor dem lauten, direkten Wort".
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Claudio Abbado gehört zu den charismatischsten Dirigenten des Jahrhunderts. 1933 in Mailand geboren, begann Abbado mit 16 Jahren Klavier, Komposition und Dirigieren zu studieren. Danach dirigierte er in verschiedenen italienischen Städten, lehrte Kammermusik in Parma und erarbeitete sich ein umfangreiches Opernrepertoire. Als Herbert von Karajan ihn 1965 zu den Salzburger Festspielen einlud, kam für Abbado der Durchbruch; seitdem steht er auf den großen Bühnen der Welt am Pult: Mailänder Scala, Metropolitan Opera, New York, Covent Garden Opera, London, Deutsche Oper Berlin, seit 1989 ist er Künstlerischer Leiter des Berliner Philharmonischen Orchesters.In einer Mischung aus Gesprächsnotizen und essayistischer Beschreibung ist es Hager nun gelungen, die lange Erfolgsgeschichte Claudio Abbados, seine Herkunft, seine Gedanken, Visionen und Arbeitsmethoden kenntnisreich und sensibel darzustellen.