Meine Großmutter mahlte den Kaffee mit einer solchen Schlagmühle, meine Mutter ebenso, da sollte der Kaffee, den diese Mühle mahlt, auch für mich reichen. Doch mit Filterkaffee kann ich nichts anfangen, ich mag es stärker. Für eine Bialetti-Steigrohrmaschine ("Herdkännchen") und entsprechende Nachbauten reicht das Mahlergebnis dieser Mühle völlig aus und das Ergebnis ist deutlich aromatischer als z.B. das aus vorgemahlenem Lavazza o.ä. Doch für eine Siebträger-Espressomaschine werden die Bohnen nicht gleichmäßig genug zerteilt. Sie werden bei entsprechend langer Mahlung zu einer Mischung aus Staub und Granulat gemahlen. Das bedeutet, dass sich aus dem Staub die Bitterstoffe lösen, während das Aroma aus dem Granulat nicht völlig gelöst wird.
Dass das Kaffepulver beim Mahlen mit dieser Maschine zu heiß wird und dadurch das Aroma kaputt geht, wie in einschlägigen Boards und Foren zum Thema Kaffee kolportiert, trifft nicht zu. Die Messer und auch das Kaffeepulver werden bei Impulsmahlung (kleine Pausen während des Mahlens) nicht mehr als handwarm. Aber es wird eben nicht GLEICHMÄSSIG gemahlen. Deshalb habe ich mir für Espresso inzwischen eine Maschine mit Kegelmahlwerk zugelegt und nutze die Clatronic nun für getrocknete Bhut-Jolokia-Schoten (eine scharfe Chili-Sorte) und um die getrockneten Garnelen und Tubifex als Futter für meine Fische zu zerkleinern. Den Deckel kann man problemlos auswaschen, den Schlagwerkbehälter reinigt man zwischen solchen Anwendungen am besten durch das Mahlen einer Tasse Reis mit vor- und nachherigem Auspinseln. Natürlich könnte man sich bei dem Preis dieser Mühle auch mehrere davon für jeden Anwendungszweck zulegen.
Die getrockneten Bhut-Jolokia-Schoten werden von dieser Maschine zu feinstem Mehl (mit Granulat-Anteilen) verarbeitet, wie es mehrfach teurere WMF-Handmühlen mit Keramik-Mahlwerk nicht ansatzweise zustande bringen. Ob das von dieser Maschine produzierte Kaffeemehl für Filterkaffee ausreicht bzw. vorgemahlenen Kaffee toppt, kann ich mangels Bereitschaft, Filterkaffe zu probieren, nicht sagen.
Für Marinaden, Suppen und Eintöpfe verwende ich gern Lorbeerblätter. Das anschließende Herausfischen des oder der Lorbeerblätter aus Suppe und Eintopf hat mich immer etwas genervt, bis ich auf die Idee kam, die Blätter mit der Clatronic zu pulverisieren. Und das kann sie gut. Gleiches gilt für getrockneten Rosmarin (wenn man keinen frischen zur Hand hat), der normalerweise sehr lange mitgekocht werden muss, um weich zu werden - nichts für Gerichte mit kurzer Garzeit wie z.B. Tomatensuppe. Mit der Clatronic pulverisiert, gibt's nun auch Rosmarin für aus frischen Zutaten hergestellte "Instant-Suppen" und auch das Lorbeeraroma kann sich intensiver entfalten bzw. man braucht eine kleinere Menge. Apropos Menge ein Tipp: Keine größeren Mengen an Gewürzen vormahlen, da sie in gemahlen schneller ihr Aroma verlieren als am Stück, wie jeder weiß, der den Unterschied zwischen frisch gemahlenem und gemahlen gekauftem Pfeffer kennt.
Wenn man sich überlegt, dass billigste, bis auf die Messer ausschließlich aus Plastikteilen bestehende "Zerkleinerer" (die, bei denen zwei Messer rotieren, wenn man draufdrückt) vom Lebensmitteldiscounter fast die Hälfte dieser Mühle kosten, ist der Preis für diese Mühle ein Witz. Der kräftige Motor ist ebenso wie die Messer über jeden Zweifel erhaben. Wer also Gewürze zerkleinern will oder auf aromatischen Herdkannen-Kaffee steht, kann hier völlig unbesorgt zugreifen.
Clatronic ist übrigens nicht der Hersteller sondern nur die Handelsmarke der CTC Clatronic International GmbH Kempen (eine reine Vertriebsfirma), die ihre Waren hauptsächlich aus China bezieht. Das trifft aber auch mehr oder weniger auch auf Schweizer "Nobelmarken" wie "Jura" zu, sollte also kein Kaufhinderungsgrund sein.