Der jüngste Spross der Lantier-Macquarts,Etienne Lantier,kommt hungernd in die Bergarbeitersiedlung bei Montsou, findet durch einen glücklichen Zufall eine Stelle, freundet sich mit der seit Generationen im Bergwerk tätigen Sippe der Maheus an und treibt die Bergleute aufgrund seiner idealistisch-sozialistischen Vorstellung in einen tödlichen Streik.
Zolas deskriptiv-überspringender Stil tritt in den Hintergrund; die Handlung findet anders als bei vielen anderen Werken nicht über Jahrzehnte,sondern innerhalb von 1 1/2 Jahren statt,der harte und mörderische Alltag der Arbeiter,ihre "tierischen" Bedürfnisse Essen und Sex, und auf der anderen Seite der ignorante und gelangweilte Alltag der Bourgeoisie werden äußerst genau dargestellt; Etienne ist der reinste Charakter seiner Sippe,es bestehen deutliche Anspielungen auf Silvere(Das Glück der Familie Rougon) und gleichzeitig der verheerendste, denn durch den Alkoholismus seiner Familie ist er zu Mordlust verdammt.Er treibt sein Umfeld wie ein tragischer Held der Antike ins Verderben und wird durch den Autor mit dem Leben bestraft,es erfolgt keine Einsicht in ihm,obwohl die meisten seiner Liebsten sterben......
Dieses sprachlich und stilistisch fantastische Werk des großen französischen Naturalisten darf in keiner Büchersammlung fehlen, denn es ist mit Abstand das wohl prägendste und aufgrund seiner direkten und realitätsnahen Art einzigartigste im großen "Rougon-Macquart" Zykus!