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Nach dem kurzen PRELUDE (Bizets "Carmen") geht es gleich in die Halle des Bergkönigs (Grieg), die auch schon von mehreren Rockbands besucht wurde, darunter eine späte Reinkarnation von Rainbow. HABANERA (auch aus "Carmen") klingt irgendwie witzig mit seinem hüpfenden Rhythmus, und die Melodie kennt jeder.
Weiter geht es mit ARABIAN DANCE (Tschaikowski), das entsprechend seinem Titel leicht orientalisch klingt, Smetanas MOLDAU, und - für mich der Höhepunkt - der berühmte BOLERO von Ravel. Es gibt floyd-haftige Soundeffekte, und wie im Original wird hier die Grundmelodie immer wieder wiederholt, wobei die Gitarre hier jedesmal mit anderen Verzerrereffekten zu hören ist, einmal gar die gute alte Voice Box - einfach genial!
Beethovens "Für Elise", das auch schon im erwähnten "Metal Heart" von Accept verarbeitet wurde, kommt als relaxter Blues daher. ARAGONAISE (wieder "Carmen") wird im Walzertakt vorgetragen und mit spanischen Elementen versehen. Nach dem nicht besonders aufregenden SOLVEIG'S SONG (aus Griegs "Peer Gynt") folgt mit WESTERN SKY das einzige Stück, das allein aus der Feder Hoffmanns stammt. Langsam beginnend, hat es einen schnelleren Mittelteil, bevor es wieder ruhiger wird. Hier werden Stimmungen erzeugt, die wiederum Gänsehaut erzeugen.
Zum Schluß hören wir noch die Auftrittsmusik von Queen Elisabeth (oder für Fans des Wrestlings der 80er und 90er, die von "Macho Man" Randy Savage ;-), nämlich Elgars POMP AND CIRCUMSTANCE, bei dem Hoffmanns alter Accept-Kollege Peter Baltes den Baß bedient. Ein sehr hymnischer Ausklang einer ungewöhnlichen CD.
Wer aufgeschlossene Ohren hat und gut gespielte Instrumentalmusik in Rockbesetzung mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Gitarrenfans sollten ebenfalls keine Probleme haben. Wer allerdings mit dem Namen Wolf Hoffmann ausschließlich Heavy-Granaten à la "Breaker" und "Restless And Wild" verbindet, sollte eher die Finger davon lassen, oder zumindest vorher reinhören.
Diese unglaublichen Klänge einer E-Gitarre zu entlocken und bis ins kleinste Detail auszuloten, wie weit man mit diesem Instrument gehen kann.
Empfehlung: Nichts für reine Klassik-Liebhaber und Weich"ohren". Für alle anderen gilt: KAUFEN!
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