Geständnis: David Garrett kannte ich vor jener letzten "Wetten Dass..?"-Sendung im Jahr 2009 nicht, als er dem begeistertem Publikum aus eben diesem Album etwas "vorgegeigt" hat... Einer der Lichtblicke dieses Gottschalk-Samstag-Abend-Talks war er jedenfalls. Nicht nur, dass er eine Profession (als Geiger) zur Schau stellte, so dass ich gebannt mit offenem Mund zuhörte, er scheint ansonsten ein (Gutausehender ! ;-) Mensch mit Manieren zu sein und - das sollte man ruhig mal laut sagen dürfen - einer der wenigen Musiker die nicht bekifft oder bekokst auf Gottschalks Couch herumfläzen, debil lächeln und sich dezent um gestellte Fragen drücken. Mir war nicht einmal in Erinnerung, dass er ein Album beworben hat. Mir bleibt aber die Endsequenz seines "smooth criminal" in Erinnerung: Das waren gefühlte 23 Noten/ Sekunde! Mein lieber Freund und Zwetschgenröster, da bleibt einem der Atem stocken.
Absichtlich hab ich nicht nach seinen Veröffentlichungen gesucht. Über dieses Album - Classic Romance - bin ich beim stöbern in der CD-Abteilung gestoßen. Wohl auch, weil es in den Charts ganz weit oben war. Kann also noch nicht behaupten Garret-Fan oder Anhänger zu sein; kenne ja seine beiden vorherigen Alben nicht.
Nun enthalten massentaugliche Klassik Alben für Violine Form meistens Werke von Vivaldi, am besten die Vier Jahreszeiten, oder süß-schmalzige Strauß-Walzer - freilich von Andre Rieu. Nichts davon ist auf CLASSIC ROMANCE enthalten.
Einzig der Einstig mit Dvoraks "Humoureske" klingt wohlbekannt. Was dann folgt ist abseits ausgetretener Klassik-Pfade. Für mich als Laie, jedenfalls. Und das zeichnet Garretts Zusammenstellung aus. Seine persönliche Auswahl erklärt er in dem kleinen Flyer/ Booklet, das dem Album beiliegt. (Ist allerdings in Englisch.)
Eine schöne Abwechslung in Sachen Klassik. Für dezent romantische Abende. Unaufregende, melancholische Stücke, präzise und mit Passion vorgetragen. Im Gesamtkonzept eher einen Tick getragener, mit fröhlichen Lichtblicken.
Alles was ich mehr darüber sagen würde müssen, wäre "aus den Fingern" gesaugt und/ oder zusammen gegoogelt. - Ich mag dieses Album. Soweit ich das nach einer Woche in Begleitung seiner Musik sagen kann: Ich mag David Garrett.