Nigel Kennedy, Schüler des verstorbenen Yehudi Menuhin, ist bekannt für seine unkonventionelle Einstellung zur Musik. Für ihn ist es selbstverständlich, nach jahrelangem Interpretieren selbst zu komponieren. Das Resultat dieser Phase waren ebenso interessante wie gewöhnungsbedürftige CDs wie "Kafka" oder "The Kennedy Experience", "inspired by the Music of Jimy Hendrix". Nun ist Kennedy zurückgekehrt zur klassischen Musik. Auf "Classic" sind Meisterwerke verschiedener Komponisten mit einer Durchschnittslänge von dreieinhalb Minuten zu finden. Kennedy führt den Hörer auf eine Reise durch die Musik, auf der die Violine immer neue, andere Seiten ihrer selbst zeigen kann. Angeführt wird diese Komposition, wie sollte es anders sein, vom Finale von Vivaldis "Sommer", welches den Hörer, besonders in der Interpretation von Kennedy, sofort fesselt. Im Kontrast dazu steht "Meditation aus Thais" mit seiner einfühlsamen, ruhigen und nahtlosen Melodie. "Scarborough Fair" und "Danny Boy" zeigen die lange, tiefe Verbundenheit der Geige zur traditionellen Musik auf, und in diesem Zusammenhang dürfen die "Ungarischen Tänze" Brahms' natürlich nicht fehlen, hier repräsentiert von der berühmten Nr. 5. Die Bearbeitung für Violine von Chopins Nocturne bringt danach wieder etwas Ruhe und Empfindsamkeit. Ein weiteres Highlight, das in so einer Komposition natürlich nicht fehlen darf, ist Bachs "Air". Den krönenden Abschluß bildet Kennedys selbst komponiertes "Melody in the Wind". Alles in allem unterstreicht diese CD die Maxime von Qualität über Quantität und verlangt nach aktivem Zuhören, denn als Hintergrundmusik sind diese kurzen Meisterwerke eindeutig zu schade. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)