Vorsicht, diese CD eignet sich überhaupt nicht als Einstieg für Liebhaber von Klassikern aus der Disco-Ära. Warum? Nun, ganz einfach. Wenn man mit dieser CD startet, wird man auf höchstem Niveau geprägt, denn die Benchmark für diese Art von Musik wird dementsprechend gesetzt, dass vieles im Vergleich hierzu abfällt.Zum einen liegt es daran, dass die Mastercuts Serie qualitativ zum Besten gehört, was jemals in dieser Form auf den Markt gebracht wurde (bitte nicht mit den Mastercuts 3-er Boxen neueren Datums gleichsetzen, diese fallen qualitativ stark ab). Zweitens liegt es natürlich an der überragenden Trackauswahl an sich. Es werden bekannte und weniger bekannte Künstler gemischt aber nicht gemixt (also sehr DJ-tauglich). Drittens sind alle Songs in tollen 12'' Versionen vertreten. Viertens sind diese Songs kaum woanders zu finden. Einige bekanntere Tracks habe ich vereinzelt auf Compilations. (z.B. Groove on Down- oder Jumpin'-Serie gefunden. Aber das charakteristische dieser CD ist dieser Flow, man hat das Gefühl als gehörten alle Songs irgendwie zusammen, als wenn ein versierter DJ gerade sein Set abspielt. Dieser Flow ist in Ansätzen vielleicht zu vergleichen mit der Stimmung auf den wunderbaren Loft-CDs von David Mancuso.
Der Opener Relight my Fire in der knapp 10-mnütigen Version mit dem 3-Minuten-Intro Vertigo, wodurch ein toller Spannungsbogen erzeugt wird, der sich in dann in den bekannten ersten Takten von Relight my fire entlädt. Wenn dann auch die unvergleichliche Loleatta Holloway endlich ihren Auftritt hat, dann stellt sich bei mir Gänsehaut pur ein. Fantastisch. Mehr Disco geht nicht. Nr.2 - Tamiko Jomes' Can't live without your love ist ein Juwel. Tolles Intro. Ein brillianter Dance-song mit einer tollen Frauenstimme. Nr.3 von Sylvester ist ein Klassiker. Nr.4 This time Baby von Jackie Moore ein Floorfiller im Midtempo lebt vom Arrangement und der charismatischen Stimme. Nr. 5 Disco Nights von GQ ist eine abwechslungsreiche funky Nummer. Nr. 6 Tracy Weber - Sure Shot schließt sich nahtlos an. Tolles Arrangement, tolle Stimme. toller Rhythmus. Nr. 7 Strikers mit Body Music stellt einen ersten Bruch dar. Härterer Rhythmus, mehr so in Richtung Disco Boogie, Electro, aber sehr gut passend. Nr.8 Delirium von Francise McGee ist Disco pur. Der einzige Instrumental-Song (mit guten Flow). Nr. 9 Casanova von Coffee ist wieder so eine Perle mit tollem Groove. Nr. 10 Shame von Evelyn Champagne King sollte Disco und Soul-Liebhabern sicherlich bekannt sein. Das Saxophonsolo von 40 Sek. nach ca. 4 min. ist der Hammer, die Gitarrenriffs auch nicht zu verachten, die Stimme sowieso. Auch heutzutage ein absoluter Floorfiller. Track 11 T-Connection - Do what you wanna do. 7 min und 15 Sek sagen einem ganz klar, warum 12-inch Versionen überhaupt geschaffen wurden. Die Drums im Mittelpart sind Wahnsinn. Headbanging-Alarm. Und das bei einem Disco-Song. Nr. 12 I hear music - Unlimited Touch ist ein Underground-Klassiker, der nicht umsonst auch auf anderen Compilations vertreten ist (z.B. Funk Fever II)
Eine CD für die Disco-Insel