Eine Frau lässt ihren Mann in der Irrenanstalt zurück, desgleichen einen ihrer Söhne, ein anderer stirbt, während sie nebenan schläft, ihre Töchter benutzt sie oder irgnoriert sie.
Als Lehrerin in späten Jahren wird sie quasi zum Monster und vergrault zarte Seelen.
Was ist das für eine Frau ?
Eva Weissweiler proträtiert höchst informativ dieses über siebzig Jahre hinaus währende Leben.
Die Kindheit ohne die Mutter, bei einem Vater, der aus ihr ein Wunderkind macht. Die Pianistin, die anfangs gelobt, aber ,sobald der Kind-Wunderkindstatuts verloren ist, von der Presse recht gnadenlos behandelt wird.
Eine Frau, die einen Mann heiratet, der überwiegend eine Belastung darstellt, sie an ihrer künstlerischen Entwicklung hindert, ohne weiteres Kränkungen deutlichst zurückgibt, auf ihren körperlichen Zustand keinerlei Rücksichten nimmt.
Eine Frau, die viele Kinder hat, von denen manche ,die meisten eigentlich,Sorgenkinder sind. Ob es nun Krankheit, Sucht oder Kindstod ist. Sie ist gegenüber diesen Kindern hart, manchmal herzlos.
Im Tiefsten sicher ein Mensch, der sich gerne ,ohne alle diese Bindungen, nur für sich entfaltet hätte. Das ging zur damaligen Zeit nicht.Deswegen musste sie Bedingungen schaffen, in denen diese Aktivität von einer Männergesellschaft akzeptiert wurde. Bei Dieter Kühn findet man zu diesem Aspekt mehr Material.
Eva Weissweiler entfaltet die Zeit, in der diese Frau lebte, die sich so nach Anerkennung sehnte und immer wieder Kränkungen erlitt, ein Leben lang dieser Anerkennung hinterher rennen wollte und dadurch ganz hart wurde.
Die Herzenskälte von Clara Schumann schreckt erst einmal ab.
Liest man das Buch von Eva Weissweiler, stellt sich Mitgefühl ein.
Mitgefühl mit Clara.