"Chronicles" (1999) enthielt die wichtigsten Clapton-Singles aus den Alben, die seine eher Pop-orientierte Phase einleiteten, nämlich "Behind the Sun", "August", "Journeyman", "24 Nights", "Rush", "Unplugged" und "Pilgrim" (das Blues-Album "From the Cradle" tauchte nicht auf), bis auf die Live-Version von Wonderful tonight jeweils in den ungekürzten Album-Versionen, sowie die intime unplugged-Version von Running on Faith und die '96er Single Change the World aus dem Film "Phenomenon".
Zusätzlich gab's die beiden Songs Blue Eyes blue (aus dem Film "Runaway Bride") und (I) get lost (aus "The Story of us"), an deren Radiofreundlichkeit ich mich, besonders bei einem Rockgitarristen wie Clapton, nie gewöhnen werde - die Keyboards, die Backgroundmädels, die synthetischen Keyboards, die geschmackvollen Akustikgitarren und besonders die programmierten Schlagzeugparts hätten auch andere, gesichtslose Pop-Sänger erlaubt, dafür hätte nicht Clapton drübersingen müssen. Beide Songs lassen die Handschrift seines Produzenten Simon Climie erkennen (selbst wenn er bei Blue Eyes blue nicht beteiligt war), was auch für sein Album "Pilgrim" gilt, aber da waren wenigstens die Songs stärker.
Ich habe mir die CD schon deshalb geholt, weil sie meine drei Lieblinssongs aus "Journeyman" (Pretending, Bad Love und Before you accuse me) enthält, die bis heute immer noch nicht remastert erhältlich ist.
Die Songauswahl ist sehr gelungen, auch wenn ich mir bei 73 Minuten Laufzeit noch gut die '86er Single Tearin' us apart hätte vorstellen können - vielleicht in der Live-Version mit Tina Turner von ihrer "Tina live in Europe"-CD. Gesamt gesehen verbreitet die CD trotz rockigerer Songs wie She's waiting, Forever man, Pretending, Bad Love, Before you accuse me, It's in the Way that you use it und Forever Man eine überraschend ruhige Stimmung, weil einfach die Balladen dominieren.
Zwei Drittel der Songs finden sich mittlerweile auf "Complete Clapton" wieder, so dass dieser Sampler mittlerweile vielleicht eher Sammler anspricht, die Blue eyes blue und (I) get lost brauchen, und das sind nicht gerade Clapton-typische Songs. Ich kann aber wegen der Qualität der Musik und der angenehmen Gesamtstimmung nur 5 Sterne vergeben.