Das Buch ist zunächst in Englisch geschrieben und das Buch lässt sich auch nicht so leicht lesen, weil viele englische Slangbegriffe bzw. Redewendungen verwendet werden, die man auch nicht alle im Wörterbuch nachschlagen kann bzw. muß man selbst sinngemäß übersetzen. Ich würde das Buch nur denjenigen empfehlen, die wirklich auf Konversationsniveau Englisch sprechen, sonst ist es zu mühsam.
Zum Buch selbst: der Autor beschreibt seine Metamorphose vom linken Hippie, der aus einem Lehrerhaushalt kommt, Geschichte studiert und dann per Zufall in die Investmentbankingszene gerät, zum machtbesessenen, geldgeilem Ekel. Er beschreibt, wie ihn das viele Geld komplett zum negativen verändert hat und er selbst dabei nicht glücklicher wurde, sondern im Gegenteil- sein Leben fast zerstört hätte durch Kokainabhängigkeit und ähnliches. Er war also nie der überehrgeizige workoholic, der er dann später geworden ist. Er ist nach und nach in die Szene hineingerutscht und gibt viel Insiderwissen preis, was unsere hochbezahlten Investmentbanker den ganzen Tag tun und wie das Geschäft eigentlich funktioniert. Ich hatte schon einige Vorkenntnisse, weil ich selbst in der Bankenbranche gearbeitet habe, aber es ist auch für Laien gut zu verstehen. Vor allem betont er den menschlichen Aspekt dabei, dass man sich selbst als toll und den anderen haushoch überlegen fühlt und irgendwann tatsächlich glaubt, das viele Geld stehe einem zu. Man verliert durch den harten Wettbewerb den Blick für die Nöte der anderen Menschen und sieht nur noch sich und den nächsten Bonus. Er kritisiert die Finanzbranche sehr hart, denn er fragt sich ernsthaft, warum Leute so gut bezahlt werden, die ein bisschen überzeugend am Telefon reden können, ein paar excel-sheets ausfüllen und vielleicht ihre Kunden noch gut zum Essen ausführen können. Es ist keine höhere Magie dabei, auch die Notwendigkeit des FAchwissens hält sich in Grenzen. Es wird einem völlig klar, dass jeder Arzt, Ingenieur und Rechtsanwalt im Vergleich zum Investmentbanker völlig unterbezahlt ist und die Bezahlung keinesfalls zu rechtfertigen ist. Die ganze Bankenbranche muss stark reguliert werden und die echten Talente sollten wieder Berufe ergreifen, in denen ein echter Mehrwert an Waren und Dienstleistungen geschaffen wird und nicht blosse Zahlen hin- und herschieben, wie es jetzt passiert. Das Ganze ist sehr humorvoll und toll aus der Ich-Perspektive geschrieben und sehr unterhaltsam und gibt viel Aufschluss darüber, was bei uns in der Wirtschaft falsch läuft und nachher den Steuerzahler belastet!!!