Nur sehr wenige Filme (und ich habe viel gesehen) haben es geschafft, mich am Ende betroffen, wort- und ratlos zurückzulassen.
Dieser Film ist ein Gemetzel für die Seele, wer hier nicht betroffen ist sollte mal zum Psychologen gehen.
Zur Handlung: Wie "Assembly" auch wird hier ein kleines Stück der langen Geschichte Chinas aufgearbeitet. Nur ist dieser Film wie die Faust in die Magengrube, vorbereitet war ich darauf nicht.
Geschildert wird die Einnahme Nankings 1937 durch die japanische Armee. Die Stadt wurde durch kommunistische und nationalchinesische (Kuomintang) Truppen gleichermaßen verteidigt, natürlich sind hier die Kuomintang-Trupopen sehr gut ausgerüstet und eige auf der Flucht, während die rotchinesischen Soldaten alle abgerissen und verwundet sind, trotzdem bis zum letzten kämpfend dann noch aufrecht in die Exekutionen gehen. Gut, das kann man ertragen.
Der Häuserkampf zur Einnahme Nankings ist sehr lebhaft und glaubwürdig geschildert, anders als manche Superschlachten á la "Saving Private Ryan" etc. Dann geht das drastische schon los. In einigen Wochen werden Hunderttausende von Kriegsgefangenen und Zivilisten ermordet, Massenerschießungen, Enthauptungen, alles, was so überliefert ist. Teilweise schon schwer anzusehen wird es schlimmer, als die massenhaften Vergewaltigungen durch japanische Soldaten beginnen. Viele Einzelschicksale wedren gezeigt, auch ein japanischer Leutnant (Herr Karukawa) wird verfolgt, er beteiligt sich nicht unmittelbar an den Massakern, nimmt sie aber hin, beobachtet sie, bis er schließlich daran zerbricht.
Der Film ist technisch auf der Höhe der Zeit, er kommt mit wenig Text aus, die Bilder spechen genug. Dazu ist er in schwarz-weiß gedreht, was ihm eine fast dokumetarische Qualität verleiht. ZUm Glück hat man auf zuviel emotionalisierende Musik verzichtet (ähnlich wie bei "Die Grauzone") kommt das Grauen mit den Bildern und der Stille.
Die Aussatttung ist ebenfalls sehr gut, ein Musterbeispiel, was man mit einem guten Drehbuch und dem Willen, einen solchen Film zu machen, alles erreichen kann.
Fazit: unglaublicher Film, er erzählt nicht die ganze Geschichte des japanisch-chinesischen Krieges, aber eine wichtige Episode daraus. Männer werden zu Monstern, die Zivilsiten sind wie immer die Verlierer.
"Manchmal ist es einfacher zu sterben, als zu leben" sagt der Leutnant am Ende des Filmes. Wenn man den Film gesehen hat, weiß man, dass er recht hat.