City of Men - 3 Staffeln und die Dokumentation "Favela Rising" in einer Box für unter 20¤. Das alleine ist quantitativ betrachtet schon mal ein tolles Angebot.
Doch die brasilianische Serie "City of men" ist noch viel mehr: sie ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der TV-Welt. Leider lief die Serie noch nie im deutschen Fernsehn, obwohl sie Mut macht und zu verstehen hilft. Gerade für Jugendliche pädagogisch wertvolles Fernsehn.
Denn noch nie konnte etwas für das TV produziertes so sehr fesseln und elektrisieren wie die Abenteuer von Acerola und Laranjun. Die beiden Jungs leben in einer Favela ("illegales Viertel") von Rio de Janairo und sind ständig damit beschäftigt neben der Schule irgendwie Geld zu verdienen, Mädchenherzen zu erobern, Spass zu haben und Partys zu feiern. Dabei haben sie keine Berührungsängste und schließen auch Freundschaft mit Jugendlichen aus "besseren" Verhältnissen (die aber wie die Filme zeigen auch ihre Schwierigkeiten haben können).
Die Serie begleitet die beiden im Alter von 12-17 Jahren. Ein Zeitraum in dem sie schneller erwachsen werden müssen, wie ihnen vielleicht lieb ist. In dieser Zeit müssen sie mehrmals um ihr Leben fürchten, schaffen es aber aufgrund ihrer Schläue immer wieder ihren Kopf in letzter Sekunde aus der Schlinge zu ziehen.
Trotz des harten Alltags in der Favela, die von einer jugendlichen Drogenbande ("die Bewegung") beherrscht und häufig von korrupten Polizeieinheiten gestürmt wird, kann niemand Acerola, Laranjun und ihren Freunden die ungebändigte Lebensfreude und kindliche Neugierde nehmen. Das liegt auch an ihrer tiefen Freundschaft und dem damit verbundenen Zusammenhalt. Sie haben ihren Stolz und möchten nichts mit den Drogengeschäften der Bewegung zu tun haben und versuchen auf möglichst ehrliche Art und Weise an Geld zu kommen. Dabei sind sie ausgesprochen innovativ.
Das die Serie von Laiendarstellern und in richtigen Favelas gespielt wird, wo überwiegend Afrobrasilianer leben, verleiht dem Ganzen zusätzlich Authenzität. Das (afro-)brasiliasnische Lebensgefühl -ohne die Realität zu beschönigen- wird spürbar und lautet scheinbar: Sei glücklich so lange du lebst und mach das beste daraus, denn du lebst nur einmal und morgen kann es schon vorbei sein!! Und leben, dass tun Acerola und Laranjun und wie, da mag man sich eine "Scheibe von abschneiden" und gleich nach dem Flimmern im Bildschirm möchte man sich irgendwie bewegen gehen...