Für die einen ist es ein großes vergessenes Album des New Orleans Tatsenzauberers, für die anderen eine fürchterliche mainstream-Anbiederung, die Wahrheit liegt - wie so oft - irgendwo dazwischen.
Klar ist dieses Album Meilenweit weg von den oft psychedlisch angehauchten Platten als ,Night Tripper' seiner Frühphase, aber das waren ab ,Gumbo' eigentlich alle. Mac Rebennack bietet hier die übliche Mischung aus New Orleans- Blues, Funk, Zydeco und ganz viel Pop, nur eben etwas glatter.
Die Kompositionen stimmen, denn songs wie - das im herrlichsten honky tonk Stil am Klavier gespielte - ,Dance The Night Away With You' oder das poppige ,Fire Of Love' kann man kaum besser schreiben und auch die dezenten funky grooves sind gelungen und abwechslungsreich, nur die Produktion und Instrumentierung klingt halt allzu sehr nach Kalifornien und der West-Coast Mafia.
Sei es nun das an Steely Dan erinnernde und sophistcated gespielte Fender Rhodes, oder bei den Balladen wie ,Wild Honey' die seeehr hollywoodmäßigen Streicher-Arrangements - das ist zwar alles sehr stilvoll, aber für seinen früher oft rumpelnd-groovenden New Orleans Trademark Sound einfach zu poliert.
Manchmal möchte man fast denken, es biegt gleich Carly Simon um's Eck um mit Dr. John ein Duett à la ,Mockingbird' anzustimmen.
Schlecht ist das alles aber trotzdem nicht und auch nicht so anbiedernd wie das um Disco-Rhythmen angereicherte Nachfolgealbum ,Tango Palace'. Wer den Hitlieferanten Dr. John liebt, der wird auch diesem Album viel abgewinnen können und es sollten mehr als 10 Jahre vergehen bis dieser Mann wieder dort anschloss wo er mit ,Desitively Boonaroo' (vielleicht seinem besten Album) 1974 aufhörte.
Ein Album jedenfalls für Dr. John Komplettisten und alle jene die auf gediegenen West-coast Pop mit leichter Funk-Schlagseite stehen.