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50 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht beschreibbar, 23. Oktober 2010
Nur sehr wenige Filme (und ich habe viel gesehen) haben es geschafft, mich am Ende betroffen, wort- und ratlos zurückzulassen. Dieser Film ist ein Gemetzel für die Seele, wer hier nicht betroffen ist sollte mal zum Psychologen gehen. Zur Handlung: Wie "Assembly" auch wird hier ein kleines Stück der langen Geschichte Chinas aufgearbeitet. Nur ist dieser Film wie die Faust in die Magengrube, vorbereitet war ich darauf nicht. Geschildert wird die Einnahme Nankings 1937 durch die japanische Armee. Die Stadt wurde durch kommunistische und nationalchinesische (Kuomintang) Truppen gleichermaßen verteidigt, natürlich sind hier die Kuomintang-Trupopen sehr gut ausgerüstet und eige auf der Flucht, während die rotchinesischen Soldaten alle abgerissen und verwundet sind, trotzdem bis zum letzten kämpfend dann noch aufrecht in die Exekutionen gehen. Gut, das kann man ertragen. Der Häuserkampf zur Einnahme Nankings ist sehr lebhaft und glaubwürdig geschildert, anders als manche Superschlachten á la "Saving Private Ryan" etc. Dann geht das drastische schon los. In einigen Wochen werden Hunderttausende von Kriegsgefangenen und Zivilisten ermordet, Massenerschießungen, Enthauptungen, alles, was so überliefert ist. Teilweise schon schwer anzusehen wird es schlimmer, als die massenhaften Vergewaltigungen durch japanische Soldaten beginnen. Viele Einzelschicksale wedren gezeigt, auch ein japanischer Leutnant (Herr Karukawa) wird verfolgt, er beteiligt sich nicht unmittelbar an den Massakern, nimmt sie aber hin, beobachtet sie, bis er schließlich daran zerbricht. Der Film ist technisch auf der Höhe der Zeit, er kommt mit wenig Text aus, die Bilder spechen genug. Dazu ist er in schwarz-weiß gedreht, was ihm eine fast dokumetarische Qualität verleiht. ZUm Glück hat man auf zuviel emotionalisierende Musik verzichtet (ähnlich wie bei "Die Grauzone") kommt das Grauen mit den Bildern und der Stille. Die Aussatttung ist ebenfalls sehr gut, ein Musterbeispiel, was man mit einem guten Drehbuch und dem Willen, einen solchen Film zu machen, alles erreichen kann. Fazit: unglaublicher Film, er erzählt nicht die ganze Geschichte des japanisch-chinesischen Krieges, aber eine wichtige Episode daraus. Männer werden zu Monstern, die Zivilsiten sind wie immer die Verlierer. "Manchmal ist es einfacher zu sterben, als zu leben" sagt der Leutnant am Ende des Filmes. Wenn man den Film gesehen hat, weiß man, dass er recht hat.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
warum läuft so etwas nicht bei uns in den Kinos??, 17. September 2010
Vorweg gesagt: Es überrascht mich immer wieder, weshalb so ein Film in Deutschland nie im Kino gezeigt wurde, obwohl die aufwühlende Story, die geschichtlichen Hintergründe und die sehr gute schauspielerische Leistung ein Gesamtpaket bietet, das sogar unsere Hollywood-verwöhnten Kinokassen klingeln lassen würde. Immerhin fragt man sich hierzulande immer noch, was man gegen schwindende Kinogänger tun könnte; nun, möglicherweise ist eine Idee von vielen, auch mal anderes Publikum anzusprechen. Das würde mit diesem Film gelingen. Der Film erzählt die wahre Geschichte der verbliebenen Einwohner in Nanjing, die 1937 während des chinesisch-japanischen Krieges unsäglichen Gräueltaten ausgesetzt sind. Viele Einwohner fliehen in die internationale Schutzzone, die zu einem riesigen Flüchtlingscamp für Zivilisten geworden ist. Der japanische Soldat Kadokawa erlebt mit Entsetzen die Brutalität des Krieges. Ein verzweifelter Kampf um das eigene Überleben hat begonnen. Dieses Meisterwerk in schwarz/weiß ist ein erschütterndes Stück Zeitgeschichte. Vorkenntnisse schaden bei diesem Film nicht unbedingt, daher sollte man sich zumindest ein wenig mit der Geschichte auseinandergesetzt haben. Die DVD bietet interessante Extras, so auch eine Bildergalerie oder eine Hinter den Kulissen Doku.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Krieg ist eine Katastrophe, Krieg gegen Zivilisten ein Verbrechen!, 21. September 2010
Der chinesische Bürgerkrieg zwischen den Kommunisten unter Mao Zedong und den Nationalisten (Kuomintang) unter Chiang Kai Shek tobt seit zehn Jahren und hat den Riesen China anfällig für die Eroberungswünsche Japans gemacht. Seit Sommer 1937 tobt deshalb der Zweite chinesisch-japanische Krieg. Nanking, Dezember 1937:die japanischen Truppen haben die Hauptstadt erreicht und nach dreitägiger Belagerung ergibt sich die Stadt. Ein wahrer Exodus beginnt. Viele rechnen mit dem Schlimmsten und versuchen, die Stadt zu verlassen. Es bleiben aber viele Zivilisten und chinesische Soldaten zurück. Nach kurzen Feuergefechten zwischen den letzten Verteidigern mit den eindringenden kaiserlichen Armee beginnt die Katastrophe. Japanische Soldaten teils angestachelt von ihren Kommandeuren, teils siegestrunken, beginnen mit Tötungen. Zuerst trifft es die gefangenen chinesischen Soldaten, die einen werden durch MG-Feuer ins Meer getrieben.Die anderen in ein Gebäude getrieben und bei lebendigen Leib verbrannt. Wieder andere im Lager durch Gewehr- und MG-Salven niedergemäht. Einige Zivilisten können sich in eine provisorische Sicherheitszone europäischer Geschäftsleute und Missionare retten. Doch der Schutz ist trügerisch. Einmal akzeptieren die Japaner die Zone, ein anderes Mal nicht. Der dt. Geschäftsmann John Rabe gibt sein Bestes, um wenigestens ein paar Seelen zu retten.Später wird er abberufen und die wehrlose Zivilbevölkerung ist der japanischen Soldateska ausgeliefert. Die Japaner töten nicht nur Soldaten. Auch Zivilisten sind ihre Opfer. Vor Frauen und Kindern machen sie nicht halt. Kinder werfen sie aus den Fenstern, erstechen sie mit ihren Bajonetten. Frauen werden Opfer sexueller Gewalt. Sie werden vergewaltigt und das von ganzen Gruppen japanischer Verbrecher. Nach der Vergewaltigung werden sie teilweise erschossen, jetzt haben sie ja sozusagen ihren Zweck erfüllt. Dieses Schicksal trifft 20.000 Frauen. 200.000 Menschen werden insgesamt getötet. Der Film zeigt die ganzen Ereignisse in schonungslosen Bildern. Die Eroberer sind kaum als menschliche Wesen zu bezeichnen. Und doch blitzt immer wieder Menschlichkeit in der Darstellung der Japaner auf. Zum Beispiel der junge Leutnant, der das Ausmaß des Verbrechens erkennt und nicht damit fertig wird. Das Massaker von Nanking war eines der größten Kriegsverbrechen des letzten Jahrhunderts und gehört als solches gebrandmarkt. Wer sich über den fernöstlichen Kriegsschauplatz und den weniger bekannten chinesisch-japanischen Krieg informieren möchte, ist hier richtig.
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